Globale Autoindustrie schon über Vorkrisenniveau?

Ausgerechnet Ernst & Young (EY) reden die Konjunktur schön – genau diejenigen, die auch Wirecard lupen- und astreine Geschäfte testiert hatten.

Während die Welt unter der Last der Pandemie stöhnt, Tausende Beschäftigte vor der Erwerbslosigkeit stehen, während das Sozialprodukt fast überall sinkt, vor allem die Löhne und Gehälter, während Gastronomie, der Einzelhandel und viele kleine Mittelständler vor einer Pleitewelle und die Beschäftigten vor der Erwerbslosigkeit  stehen, bleibt die Autoindustrie scheint es davon unberührt. Fast alle Indikatoren zeigen nach unten – nur die Profite der Autokonzerne klettern nach oben? Die ersten drei Monate des Jahres liefen blendend für die größten Autohersteller der Welt. Zumeist schnitten sie sogar besser ab als vor der Coronapandemie. Und das, obwohl Produktion und Verkäufe in Deutschland, Europa und Südamerika rückläufig sind. Allein China ist auf der Überholspur und das Konjunkturprogramm in den USA beginnt zu wirken.  Globale Autoindustrie schon über Vorkrisenniveau? weiterlesen

8. Mai 2021 – lieber tot als rot?

Eine seltsame Veranstaltung des Landtages von Sachsen-Anhalt zum diesjährigen 76. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus.

Der 8. Mai wird in vielen Ländern als Tag der Befreiung von Krieg und faschistischer Barbarei feierlich begangen – in Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion feiert man den 9. Mai als Tag des Sieges über Nazideutschland. 2021 jährte sich dieser Tag zum 76igsten Male. Seit 76 Jahren war Schluss mit staatlichem Rassismus, Antisemitismus, mit grausamer Gewalt gegen Antifaschisten, mit dem deutschen Herrenmenschentum und mit dem millionenfach mörderischen Raubkrieg der Nazis. 8. Mai 2021 – lieber tot als rot? weiterlesen

Umstieg auf ÖPNV und Schiene – Gut für Klima und Arbeitsplätze

Autobelegschaften können mehr als Autos bauen. Aber wollen sie das auch? Landläufig wird angenommen, dass Beschäftigte in der Autoindustrie nichts als Autos im Kopf haben. Die von mir mitinitiierte Studie (Johannes Schulten, Jörn Boewe, Stephan Krull im Auftrage der RLS) hat ergeben, dass die Beschäftigten einer ökosozialen Wende offener gegenüberstehen als gemeinhin angenommen.

Hilft ein von der Gewerkschaft initiierter Fond, die Best-Owner-Group? Und geht das mit „marktwirtschaftlichen Mitteln“ – also mit der Entnahme von Profit für die privaten Eigentümer? Oder wären genossenschaftliche Lösungen nicht angebracht? Umstieg auf ÖPNV und Schiene – Gut für Klima und Arbeitsplätze weiterlesen

Linksverkehr – Vom Bohren dicker Bretter

LINKSVERKEHR – Projekte und Geschichten, Beton und Bewegung.

Wie Menschen unterwegs sind und Güter transportiert werden, ist ein weites politisches Feld. Es erstreckt sich über die ganze Erde, und Deutschland ist ein Gravitationszentrum. Für eine gerechte Welt und für ein gutes Leben für alle sind andere Verkehrsverhältnisse nötig.
Es reicht nicht, mehr Bahn, öffentlichen Personennahverkehr oder Radverkehr zu organisieren. Wenn Lkw-, Auto- und Flugverkehr nicht reduziert werden, wächst die Verkehrsflut immer weiter – und die Klimagerechtigkeit bleibt auf der Strecke. Linksverkehr – Vom Bohren dicker Bretter weiterlesen

Vom Auto zur intelligenten Mobilität im ländlichen Raum

Der Autoverkehr hat in den letzten 20 Jahren keinerlei Beiträge zur Reduzierung der CO₂-Emissionen geleistet. Unstrittig ist, dass sich das ändern muss.

In den Debatten zur Mobilitätswende spielen ländliche Räume und die Mobilitätsbedürfnisse in diesen Räumen eine große Rolle. Wie bestellt hat jetzt (14.4.2021) die ganz unverdächtige Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt zusammen mit der Volkshochschule des Altmarkkreises Salzwedel genau zu diesem Thema eine Veranstaltung angeboten: „Vom Auto zur intelligenten Mobilität im ländlichen Raum“. Der Titel beschreibt schon mal einen Weg und ein Ziel: Soweit als möglich weg vom motorisierten Individualverkehr hin zu intelligenter Mobilität. Die Mobilitätszwänge und -bedürfnisse werden selbstverständlich gesehen und respektiert. Dennoch muss sich etwas ändern, wenn die gesetzlich vereinbarten Klimaziele überhaupt noch erreicht werden sollen. Vom Auto zur intelligenten Mobilität im ländlichen Raum weiterlesen

Tarifabschluss M+E: Mehr Geld, Arbeitsplätze und Zukunft gesichert?

Erste, vorläufige Einschätzung zum bisherigen Ergebnis der Tarifverhandlungen der IG Metall – es stehen noch Abschlüsse aus, vor allem für die ostdeutschen Bundesländer:

Entgelt – kaum ein Infaltionsausgleich, soweit es überhaupt zur Auszahlung kommt.

Arbeitszeit – Verkürzung möglich zur Vermeidung von Entlassungen.

Schwammige Ansätze zur Transformation bzw. keine Ansätze zur Konversion.

Die Erhöhung von 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten (M+E) fängt die Inflation voraussichtlich nicht auf. Die Einmalbeträge (500 Euro „Coronaprämie“) wirken sich insoweit positiv aus, als die unteren Einkommensgruppen ebenso bedacht werden wie die oberen Einkommensgruppen. Dieses Geld ist allerdings nicht tabellenwirksam. Tarifabschluss M+E: Mehr Geld, Arbeitsplätze und Zukunft gesichert? weiterlesen

Autoindustrie: Milliarden-Profite trotz Krise!

Big three der deutschen Autoindustrie: Milliarden-Profite trotz Krise – ohne China ginge es nur bergab.

Wir erleben eine Vielfachkrise von Ökologie, Ökonomie, des Gesundheitswesens und dem Zerfall demokratischer Strukturen. Es gibt viele Verlierer, Vorboten all dessen, was auf uns zukommt: in unserem Land mehr als 510.000 Personen, die zusätzlich erwerbslos geworden sind, insgesamt 3,7 Millionen Menschen ohne Erwerbsarbeit.1 „Die Pandemie legt Firmen der Alltagsökonomie lahm, den 30 Konzernen im Dax kann sie wenig anhaben“ berichtet das Handelsblatt (26.3.2021). Autoindustrie: Milliarden-Profite trotz Krise! weiterlesen

Klima- und Mobilitätswende gemeinsam gestalten!

Gemeinsam Druck machen – für einen sozialen, ökologischen und demokratischen Wandel.

Meine Rede bei der Mobilitätswende-Kundgebung, 23.3.2021, gegenüber dem VW-Werk in Wolfsburg

Liebe Kolleginnen, liebe Mitstreiter*innen, ich spreche hier jetzt zu Euch, weil ich einer einer von denen da drüben bin. Genauer: weil ich einer von denen da aus der Autofabrik war. Zum möglichen Zeitpunkt habe ich jedoch meine Lebensarbeitszeit verkürzt und inzwischen bin ich Rentner. Ich habe keinen Auftrag, Euch Grüße zu übermitteln, wie sollte ich die 60.000 auch gefragt haben. Aber hätte ich gefragt: einige ließen wohl grüßen und freuten sich zumindest klammheimlich, andere wären skeptisch und wieder andere würden vielleicht fluchen. Klima- und Mobilitätswende gemeinsam gestalten! weiterlesen

Kurzarbeit statt Arbeitszeitverkürzung?

Kürzt die Kurzarbeit den Urlaub? Ein Arbeitsgericht sagt ja – die Klägerin und der DGB sagen nein! Die Klägerin hatte ihren ungekürzten Urlaubsanspruch auch damit begründet, dass Kurzarbeit nicht mit Freizeit gleichzusetzen sei.

In der Krise erleben wir, dass Arbeitszeitverkürzung, aktuell die Kurzarbeit, Arbeitsplätze sichert. Das sollte ein Ansporn für Gewerkschaften sein, die tarifliche, kollektive Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche als kurze Vollzeit für alle auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Flankierung durch eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung wäre dabei sehr hilfreich.

Kurzarbeit statt Arbeitszeitverkürzung? weiterlesen

2021: Zunehmende Erwerbslosigkeit, Kurzarbeit und Insolvenzen

Mindestkurzarbeitergeld 1.200 Euro – Hartz IV und Minijobs müssen weg – Für einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz! Für eine kollektive Arbeitszeitverkürzung statt Kurzarbeit und Erwerbslosigkeit.

855.000 Menschen sind im letzten Jahr zusätzlich erwerbslos geworden: 375.000 vormals in Minijobs beschäftigte Menschen sowie 480.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Macht zusammen 855.000 Personen, die ihre Arbeit verloren haben – selbst wenn es ein mies bezahlter Job war. Das sich unsere Gesellschaft wandelt, wird an folgendem Beispiel deutlich: 160.000 Beschäftigte weniger in der Metall- und Elektroindustrie, aber 110.000 Personen mehr in den Gesundheits- und Pflegeberufen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich auf 989.000 erhöht – nicht diejenigen eingerechnet, die die Suche nach einem Arbeitsplatz ausgegeben haben, die die Repression der Arbeitsverwaltung loswerden mussten, die ausgewandert sind oder abgeschoben wurden, die durch Freunde und Familienangehörige über Wasser gehalten werden. Über 700.000 Menschen in unserem Land sind odachlos – nicht einmal unter Corona-Bedingungen sind Zwangsräumungen ausgesetzt. 2021: Zunehmende Erwerbslosigkeit, Kurzarbeit und Insolvenzen weiterlesen