Kampfansage

Der IG Metall geht es im Tarifkampf um die Abwehr von Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerung für 3,7 Millionen Beschäftigte. Die Gewerkschaft wertet die Vorschläge der Unternehmensseite in der zweiten Tarifrunde als Kampfansage.

Es ist, wenn überhaupt, ein vergiftetes Angebot, mit dem die Unternehmensseite in die zweite Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie startete: 1,3 Prozent Lohnerhöhung ab Juli 2028, nach 20 Monaten ohne Lohnerhöhung. Bei einer Laufzeit von 26 Monaten sind das 0,6 Prozent pro Jahr. Zugleich gibt es eine Inflation von 3 Prozent, einen Produktivitätszuwachs von 1,5 Prozent, außerordentliche Gewinne in der Luft- und Raumfahrt, Elektro- und Medizintechnik und in der Rüstungsindustrie. Selbst die Autoindustrie verzeichnet Gewinne, wenn auch geringer ausgewiesen.

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Autoindustrie: CDU forciert Unterbietungswettbewerb

Die Arbeiterinnen und Arbeiter von Volkswagen in Zwickau, Chemnitz und Dresden sowie tausende Beschäftigte in der Zulieferindustrie sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Volkswagen hat die Belegschaft bereits um tausende Beschäftigte reduziert, will die Werke schließen, um selbst geschaffene und teure Überkapazitäten abzubauen – statt auf kollektive Arbeitszeitverkürzung und auf andere Produkte für nachhaltige Mobilität zu setzen. Auch Sachsens MP Kretschmer sorgt sich um das VW-Werk in Zwickau – kommt aber zu völlig falschen Schlussfolgerungen.

CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer als Geisterfahrer

O-Ton Kretschmer:

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Der Kapitalismus hat fertig!

Wird Volkswagen in Deutschland jetzt abgewickelt?

Natürlich wollen alle Unternehmer die Löhne einfrieren oder besser noch senken – so, wie der Bund, die Länder und Kommunen bei Grundsicherung, Wohngeld, Unterhaltsvorschuss, Schulbegleitung, Pflegegrad, Elterngeld und BaföG Milliarden einsparen. Die Hochrüstung verschlingt hunderte Milliarden auf Kosten des Sozialstaates. Gespart wird bei denen, die keine Lobby haben – und die Aktien von Rheinmetall & Co. knallen durch die Decke.

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Tabula rasa bei VW – Kriegserklärung an die Belegschaften

Über das Überprüfungsgespräch, die gekündigten Tarifverträge und den Kampf um jeden Standort, um jeden Arbeitsplatz.

Man kann es drehen und wenden wie man will – an den unterausgelasteten Fabriken kommt niemand vorbei.

Die zwei Probleme der Autoindustrie in Deutschland: Erstens ein uneinholbarer technologischer Rückstand gegenüber China und zweitens Überkapazitäten in Größenordnung einiger Millionen Fahrzeuge.

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Arbeiten wie noch nie!?


Im Artikel „Aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit?“ skizziere ich nicht nur die verschlungenen Wege der Gewerkschaften vom Klassenkampf zur Sozialpartnerschaft und zurück, sondern gebe auch Anknüpfungspunkte für einen Ausstieg aus der unökologischen Dinosaurier-Produktion hin zu einer Produktion umweltfreundlicher öffentlicher Transportmittel – eine Teilantwort gegen den Wachstumszwang und drohende Arbeitslosigkeit beim Zusammenbruch einer zentralen Wirtschaftsbranche.

Aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit? Schon etwas älter, aber aktueller denn je: Der Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit! Wie kam es zur 4-Tage-Woche bei Volkswagen und welche Erfahrungen sind damit verbunden?

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Mercedes und Volkswagen in den USA

Gewerkschafts-Bashing statt Anerkennung der Gewerkschaft

Die UAW, die United Auto Workers (oder mit ihrem langen Namen: The International Union, United Automobile, Aerospace and Agricultural Implement Workers of America), ist mit mehr als einer Million Mitgliedern eine der größten und einflussreichsten Gewerkschaften Nordamerikas. Vor einigen Wochen berichtete die UAW in einem Briefing für deutsche Gewerkschaften und NGOs über die Verletzung von Gewerkschaftsrechten im Werk von Mercedes in Tuscaloosa/Alabama sowie über gewerkschaftsfeindliche Unternehmenskampagnen mit rassistischen Taktiken. Das ist keine Kleinigkeit, denn Gewerkschaftsrechte sind Teil der Menschenrechte – und die sind universell, unveräußerlich und unteilbar. Ob in Tuscaloosa oder in Stuttgart: Die Würde der Arbeiterinnen und Arbeiter ist nicht verhandelbar. Um diese Rechte wahrnehmen zu können, bedarf es Gewerkschaften und betrieblicher Interessenvertretungen. Menschenrechtsverletzungen entschieden entgegenzutreten ist die gemeinsame Verantwortung von Gewerkschaften überall auf der Welt.

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Keine Denkverbote? Keine Denkverbote!

Den Sozialstaat schreddern, die Kommunen in den Ruin treiben und Sparorgien, offen, brutal und ohne sozialpartnerschaftliche Volks- und Betriebsgemeinschaftsideologie. Das sind keine Planspiele, sondern koordinierte bittere Realität und Teil des roten Teppichs für die autoritäre Rechte in diesem Land. „Keine Denkverbote“ bei der Verschärfung der Ausbeutung fordert in diesem Kontext das Kapital und meint damit das laute Nachdenken über die Aufhebung des Acht-Stunden-Tages, die Wiedereinführung der sechstägigen Arbeitswoche, die Verlängerung der individuellen Arbeitszeit bei gleichzeitiger Senkung von Löhnen, Beiträgen zur Sozialversicherung, sogenannter Lohnnebenkosten und Senkung von Rentenzahlungen. „Keine Denkverbote“ heißt in diesem Kontext Milliarden für die Hochrüstung, Wehrpflicht für die Jugend und Kriegstüchtigkeit für alle.

Widersprüchliche Signale von den Gewerkschaften. Das Sparpakt bei Porsche als Vorbild für Abbau bei Volkswagen, BMW und Mercedes? Denken ohne Geländer.

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Autoindustrie: Endspiel für Arbeitsplätze und Kommunen?

Die fetten Jahre der Auto- und Zuliefererindustrie in Deutschland sind endgültig vorbei. Der drastische Rückgang von Produktion und Absatz setzt sich 2026 fort in einer Ökonomie, die auf Wachstum angewiesen ist: bei Mercedes minus 1 Prozent, bei VW minus 5 Prozent und bei Ford minus 10 Prozent. Zuwachs gibt es bei den chinesischen Herstellern BYD, Xpeng und Leapmotor.

Jahr198520162025
Mio. Autos4,25,84,1

Automobilproduktion in Deutschland (Quelle VDA)

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Autoindustrie: Mitten in der Katastrophe!

Die ganze alte Scheiße ist im Arsch! Was kann, was muss Die Linke tun?

VW und Mercedes verkünden gleichzeitig Sparprogramme, Lohnabbau, Arbeitszeitverlängerung und die Verlagerung von Produktion nach Osteuropa. Das ist kein Zufall, sondern eine Kampagne. Offen, brutal und ohne sozialpartnerschaftliche Betriebsgemeinschaftsideologie.

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Bosse gegen die Belegschaft – Die Krise bei VW und die Aufgabe der Linken.

Die Chefs des Volkswagenkonzerns wollen weltweit 100.000 Arbeiter*innen Arbeit und Lohn nehmen. Auch in Deutschland könnten zehntausende Arbeitsplätze gestrichen werden. Innerhalb von nur zwei Jahren ist das der zweite große Angriff der Konzernbosse auf die Arbeiter*innen und ihre Familien. Über die Gründe, das Vorgehen des Konzerns und die Aufgaben der Linken in dieser Situation haben wir mit Stephan Krull gesprochen.

Stephan Krull war Betriebsrat bei Volkswagen und ist heute in der Rosa-Luxemburg-Stiftung aktiv.

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