Autoindustrie: Endspiel für Arbeitsplätze und Kommunen?

Die fetten Jahre der Auto- und Zuliefererindustrie in Deutschland sind endgültig vorbei. Der drastische Rückgang von Produktion und Absatz setzt sich 2026 fort in einer Ökonomie, die auf Wachstum angewiesen ist: bei Mercedes minus 1 Prozent, bei VW minus 5 Prozent und bei Ford minus 10 Prozent. Zuwachs gibt es bei den chinesischen Herstellern BYD, Xpeng und Leapmotor.

Jahr198520162025
Mio. Autos4,25,84,1

Automobilproduktion in Deutschland (Quelle VDA)

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Autoindustrie: Mitten in der Katastrophe!

Die ganze alte Scheiße ist im Arsch! Was kann, was muss Die Linke tun?

VW und Mercedes verkünden gleichzeitig Sparprogramme, Lohnabbau, Arbeitszeitverlängerung und die Verlagerung von Produktion nach Osteuropa. Das ist kein Zufall, sondern eine Kampagne. Offen, brutal und ohne sozialpartnerschaftliche Betriebsgemeinschaftsideologie.

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Bosse gegen die Belegschaft – Die Krise bei VW und die Aufgabe der Linken.

Die Chefs des Volkswagenkonzerns wollen weltweit 100.000 Arbeiter*innen Arbeit und Lohn nehmen. Auch in Deutschland könnten zehntausende Arbeitsplätze gestrichen werden. Innerhalb von nur zwei Jahren ist das der zweite große Angriff der Konzernbosse auf die Arbeiter*innen und ihre Familien. Über die Gründe, das Vorgehen des Konzerns und die Aufgaben der Linken in dieser Situation haben wir mit Stephan Krull gesprochen.

Stephan Krull war Betriebsrat bei Volkswagen und ist heute in der Rosa-Luxemburg-Stiftung aktiv.

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Autokrise trifft Kommunen und Mittelstand

Kommunen und Menschen in Not durch kapitalistische Misswirtschaft!

Heute: Bohai in Harzgerode. Weil Volkswagen als großer Abnehmer keine korrekten Preise zahlt und die Aufträge storniert, geht die Gießerei in Harzgerode insolvent? Minus 1.000 Arbeitsplätze bei etwas mehr als 7.000 Einwohner*innen – das rüttelt am Fundament dieser Kleinstadt.

Ein Arbeiter: „Wenn ein Riese wie Volkswagen sich in so einer kritischen Phase aus den Verhandlungen zurückzieht, wo bleibt da die soziale Verantwortung für die Menschen, die diesen Erfolg über Jahrzehnte erst möglich gemacht haben?“

Landrat und Bürgermeister: „Wir werden die Not von Harzgerode zurück nach Wolfsburg tragen, denn es geht um das Schicksal einer ganzen Region.“

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Arbeitszeitgesetz modernisieren? Ja bitte!

Dem Kapital, den Arbeitgeberverbänden und dem Kabinett geht es mit der Debatte um Verlängerung des 8-Stunden-Tages um mehr Macht über Menschen. Arbeitszeitverkürzung ist Freiheit und Selbstermächtigung

Die Bundesregierung und die Arbeitgeberverbände wollen das Arbeitszeitgesetz ändern bzw. flexibilisieren und den 8-Stunden-Tag abschaffen. Die Gewerkschaften kämpfen für den Erhalt des 8-Stunden-Tages. Der 8-Stunden-Tag gilt – mit Unterbrechung durch Hoichrüstung und Krieg in der Nazizeit von 1933 bis 1945 – seit der Novemberrevolution von 1918. Das Arbeitszeitgesetz wurde erst im Juni 1994 beschlossen und löste die seit 1924 gültige „Arbeitszeitordnung“ ab.

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Zeitenwende in der Arbeitswelt!

Für fast 1.560 Milliarden Euro wurden 2025 Güter aus Deutschland exportiert und der deutsche Exportüberschuss beträgt immer noch mehr als 200 Milliarden Euro. Allein die Autoindustrie ist daran mit einem Export von 255 Milliarden Euro und einem Exportüberschuss von 110 Milliarden Euro beteiligt1. Derweil wächst der Reichtum in unserem Land: 256 Milliardär*innen leben heute mit zusammen rund 700 Milliarden Euro Vermögen in Deutschland – fast doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren2. Das private Geldvermögen ist, sehr ungleich verteilt, auf insgesamt 10 Billionen Euro gestiegen. Gleichzeitig lebt jede fünfte Person in Armut.

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Volkswagen: Vom Weihnachtswunder zum Bonus-Wunder

Süßer die Kassen nie klingen – für die Aktionäre

Eine nüchterne Ad-hoc-Mitteilung des Volkswagen-Konzerns für die Finanzmärkte: „Auf Basis vorläufiger Zahlen hat die Volkswagen AG im Geschäftsjahr 2025 im Konzernbereich Automobile einen Netto-Cashflow in Höhe von rund 6 Milliarden Euro erzielt (2024: 5,0 Milliarden Euro). Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile stieg in der Folge zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf mehr als 34 Milliarden Euro (30. September 2025: 31,0 Milliarden Euro). Damit liegen beide vorläufigen Kennzahlen wesentlich oberhalb der von der Volkswagen AG für das Geschäftsjahr 2025 erwarteten Werte von rund 0 Milliarden Euro für den Netto- Cashflow.1

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Vier Millionen Erwerbslose – Höchste Zeit für Arbeitszeitverkürzung!

Bosch, Volkswagen, Lufthansa – die Schreckensmeldungen nehmen kein Ende. Die Arbeitgeber und ihre Verbände, der Porsche-Piëch-Clan, Klaus-Michael Kühne und BlackRock von Friedrich Merz führen Klassenkampf von oben. Überall wird gegen Personal- und Sozialabbau gekämpft – aber nicht gemeinsam. Das muss sich jetzt ändern!

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Gewinneinbruch? Totes Kapital und Milliarden Rücklagen

Die Umsätze sinken und die Gewinne der deutschen Autoindustrie sind im ersten Halbjahr 2025 schmaler geworden. Die Großaktionäre, die eigentlichen Bestimmer in den Konzernen, zweifeln am Geschäftsmodell.

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Arbeitszeit ist Lebenszeit!

Verlängerte Arbeitstage sind ein Angriff auf die Selbstbestimmung jeder einzelnen Person. Die Gewerkschaften dürfen hier nicht zurückweichen.

Die Zeichen standen auf Arbeitszeitverkürzung, im Jahr 2024 war die Vier-Tage-Woche in aller Munde. Eine neue Runde im Jahrhundertkampf um Humanisierung der Arbeit, um Emanzipation von unselbständiger Arbeit, um Geschlechtergerechtigkeit und demokratische Beteiligung. Nach Ausrufung der »Zeitenwende« dreht sich der Wind. Im Kampf dagegen sind das Kapital, die Regierung und große Medien nicht zimperlich. Tägliche Arbeitszeiten von mehr als acht Stunden wären erforderlich, mit der Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance sei der Wohlstand nicht haltbar. Als der CDU-Generalsekretär in einer Talkrunde gefragt wird, wer länger arbeiten soll, fällt ihm außer Rentnern nicht viel ein. Und, so Linnemann, der Ausbau von Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege könne zu einer höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen führen.

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