ArbeitFairTeilen – Voraussetzungen und Bedingungen mehrfacher Arbeitsteilung

Vortrag bei der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft in Fuldatal zum Thema Arbeit – Faulheit – Grundeinkommen. Erstveröffentlichung in: Fromm Forum (deutsche Version), Tübingen (Selbstverlag), Nr. 14 / 2010, S. 57-62.

Aus Gründen der Aktualität hier der Vortrag von mir bei dieser Tagung der Erich-Fromm-Gesellschaft. ArbeitFairTeilen – Voraussetzungen und Bedingungen mehrfacher Arbeitsteilung weiterlesen

100 Jahre arbeitsfreier Sonntag

Seit genau 100 Jahren gibt es im Einzelhandel ein grundsätzliches Verbot der Sonntagsarbeit. Der arbeitsfreie Sonntag musste erstritten werden – und bis heute wird um ihn gestritten. Arbeit am Sonntag breitet sich immer mehr aus, der Streit um verkaufsoffene Sonntage ist nur die Spitze des Eisbergs. 100 Jahre arbeitsfreier Sonntag weiterlesen

Arbeitszeiten, die zum Leben passen!

Eine neue Publikation der IG Metall mit Berichten und Erfahrungen des Arbeitskampfes 2018. Im Mittelpunkt des Kampfes stand und steht die Auseinandersetzung um die Frage, wem die Zeit gehört – den Individuen oder den Unternehmen. Leben wir, um zu arbeiten oder arbeiten wir, um zu leben?

Am Tarifabschluss selbst habe ich Kritik, weil das Mehr an arbeitsfreier Zeit für viele Beschäftigte im Wesentlichen ohne Lohnausgleich und vor allem ohne Personalausgleich, zum Teil durch Arbeitszeitverlängerung, ausgeglichen werden soll. Die Tarifauseinandersetzung hat jedoch die Tür ein Stück weiter aufgemacht für die Debatte um die Arbeitszeit. Insbesondere die arbeitsfreien Tage werden von Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeitern in hohem Maße in Anspruch genommen, weniger die „kurze Vollzeit“, weil die Entgeltverluste nicht zu verkraften sind. Insgesamt wird sichtbar, wie groß der Wunsch nach einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung ist: 30-Stunden-Woche, Kurze Vollzeit für alle – mit vollem Lohnausgleich!

Link zum Buch:

Arbeitszeitbuch 2019 Metall- und Elektroindustrie

#ArbeitFairTeilen: Kürzer arbeiten – besser leben

ArbeitFairTeilen:
Kürzer arbeiten – besser leben!

Text und Flyer der Initiative „Arbeitszeitverkürzung jetzt“!

Arbeitszeitverkürzung gehört wieder auf die Tagesordnung. Anders sind große gesellschaftliche Probleme wie Massen­arbeits­losig­keit und prekäre Beschäftigung nicht zu lösen. Wir brauchen einen neuen Arbeitszeitstandard von etwa 30 Stunden pro Woche. Diese „kurze Vollzeit“ ist nicht statisch, sondern nach persönlichen und beruflichen Situationen variierbar (Erziehungszeiten, Projektarbeit, Weiterbildung etc.), muss aber im Durchschnitt pro Jahr erreicht werden. #ArbeitFairTeilen: Kürzer arbeiten – besser leben weiterlesen

Von Zeit zu Zeit: Vollbeschäftigung?

„Wir leben in der besten aller Welten“, erzählen die Regierenden – und glauben das sogar; sie selbst leben ja überwiegend auch wie Maden im Speck. Tatsächlich: Das Sein bestimmt das Bewusstsein – bei den Herrschenden wie bei denen, denen nur Ungerechtigkeiten widerfahren und die auf diese Art und Weise veralbert werden. Brecht, etwas frei übersetzt: Belehrt von ungeduldigen Politikerinnen stehen die Armen und hören, dass die Welt die beste der Welten ist. Von Zeit zu Zeit: Vollbeschäftigung? weiterlesen

Arbeitszeitverkürzung – vielfältig mehrdeutig

Vor hundert Jahren, im Ergebnis der Novemberrevolution 1918, wurde in Deutschland der 8-Stunden-Tag zum gesetzlichen Standard. Immer war er umkämpft, immer haben die Arbeitgeber und ihre reaktionären politischen Freunde ein roll back versucht – mal ohne Erfolg, zeitweise, zum Beispiel in der NS-Zeit, auch recht erfolgreich – bis hin zur „Vernichtung durch Arbeit“.

Der wichtigste Erfolg der Novemberrevolution, die Beendigung des mörderischen Krieges, hielt gerade mal 20 Jahre – dann wurde von Deutschland unter der Diktatur der Nazis der noch mörderischere nächste Weltenbrand angezettelt. Arbeitszeitverkürzung – vielfältig mehrdeutig weiterlesen

Befreiung der Arbeit oder Befreiung von Arbeit?

Im Buch „Arbeiten wie noch nie – Unterwegs zur kollektiven Handlungsfähigkeit“ (Hg. Sabine Gruber, Frigga Haug, Stephan Krull; Argument-Verlag) habe ich als Vorschlag beschrieben, wie wir, Gewerkschaften und die gesellschaftliche Linke, aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit kommen können: Vom Klassenkampf zur Sozialpartnerschaft und wieder zurück; vom Neuen, das aus dem Alten erwächst; von den Kämpfen um disponible Zeit und vom anders arbeiten und anders planen.

Auch die anderen Beiträge im Buch sind absolut lesenswert:

Eine Reisanleitung auf dem Weg zur kollektiven Handlungsfähigkeit; die Beschreibung von Arbeitsverhältnissen als Gesellschaftsverhältnissen (Sabine Gruber); von Traditionen, Erfahrungen und Perspektiven aus der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung (Bernd Röttger); von der Arbeit „der Anderen“(Alexandra Weiss); von den Faulen und den Fleißigen (Johanna Riegler); von einer Vision von Frauen, die eine Vision für alle ist (Frigga Haug); von einer lebendigen Debatte auch über das Grundeinkommen und von den nächsten Schritten von der Utopie zur Realität.

Aber hier zunächst mein Beitrag: Aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit? Befreiung der Arbeit oder Befreiung von Arbeit? weiterlesen

100 Jahre 8-Stunden-Tag – Wege entstehen im Gehen!

 

Die Revolution im November 1918, der Aufstand von Matrosen, kriegsmüden Soldaten, von Arbeiterinnen und Arbeiter führte zum Ende des Krieges. Kaiser, Könige und Fürsten dankten ab, unterschrieben den Arbeiter- und Soldatenräten, dass sie für sich und ihre Erben auf Thron, Titel und Privilegien verzichten. Die neue Regierung in Berlin, der „Rat der Volksbeauftragten“, verkündete am 12. November 1918 die Elemente der neuen politischen Ordnung: Die Einführung eines gleichen, geheimen, direkten und allgemeinen Wahlrechtes einschließlich des Frauenwahlrechtes; die Zensur, der Belagerungszustand, die Gesindeordnung wurden aufgehoben, eine Amnestie für politische Straftaten erlassen. „Als Folge der Revolution wurde mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten vom 12. November die Arbeitszeit zum 1. Januar 1919 für alle Arbeitnehmer auf acht Stunden pro Tag begrenzt. 100 Jahre 8-Stunden-Tag – Wege entstehen im Gehen! weiterlesen

100 Jahre 8-Stunden-Tag – ein Grund zu feiern und zu kämpfen

Im November 1918 beschloss der Rat der Volksbeauftragten die Einführung des 8-Stunden-Tags. 100 Jahre später ist das ein Anlass zurück und voraus zu schauen. Dazu lädt die Attac AG Arbeit-Fair-Teilen für den 27. Oktober ins Haus Dacheröden ein. Radio F.R.E.I. sprach mit Stephan Krull, einem der Organisatoren über historisches aber auch über Perspektiven.

https://radio-frei.de/index.php?iid=7&ksubmit_show=Artikel&kartikel_id=7234

 

Die nächste Runde im Kampf um die Zeit – es geht um Zukunft, Solidarität und Demokratie!

Die IG Metall geht den Kampf um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland an!

Viele Menschen gehen in den Westen, weil sie dort weniger arbeiten für mehr Geld.

Fast 30 Jahre nach dem Anschluss der DDR an die BRD arbeiten die Beschäftigten in den ostdeutschen Bundesländern pro Jahr immer noch rund einen Monat länger als im Westen – trotz gleicher Produktivität. „Drei Stunden wöchentlich: Das sind zweieinhalb Jahre Lebenszeit für Familie, Ehrenamt, Hobbys und Bildung“ wie junge Metallerinnen aus dem BMW Werk in Leipzig sagen. Mit der Weigerung der Arbeitgeber, gleiche Arbeit in Ost und West gleich zu bezahlen, werden die Menschen aus dem Land getrieben. Mit dieser schreienden Ungerechtigkeit werden die Konkurrenz und die Verrohung der Menschen angetrieben. Das gesellschaftliche Leben nimmt erheblichen Schaden und die Demokratie kommt unter die Räder. Dagegen stemmen sich jetzt die Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und die IG Metall. Beschäftigte und Gewerkschaft erwarten Unterstützung aus der Politik und auf Solidarität der Gesellschaft, der Kirchen, Vereine und der sozialen Bewegungen! Die nächste Runde im Kampf um die Zeit – es geht um Zukunft, Solidarität und Demokratie! weiterlesen