Rüstungscluster Niedersachsen

Vom VW-Land zum Rüstungscluster

Werden im Volkswagenwerk in Osnabrück künftig smarte Busse für den öffentlichen Verkehr oder Drohnen, Panzerwagen oder Raketen gebaut?
Angesichts der Profiterwartungen der Eigentümer, der Taten- und Ideenlosigkeit des Managements und der Absatzkrise der Autoindustrie hoffen viele der noch etwa 2.000 Arbeiterinnen und Arbeiter auf ein Wunder.

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Autoindustrie: Kein Grund zu jammern!

Volkswagen kündigt weiteren drastischen Stellenabbau an. Gleichzeitig schüttet der Konzern Milliarden an seine Aktionäre aus. Der Widerspruch verweist auf die tiefe Krise der Autoindustrie – und auf fragwürdige Auswege.

Das Ende des aggressiven Exports könnte Ausgangspunkt für ein grundsätzliches Umdenken, ein Reset unserer Gesellschaft sein, weil es definitiv so wie bisher nicht weitergehen wird: Wie und wofür wollen wir leben und arbeiten? Die eigentliche Herausforderung besteht darin, den gesellschaftlichen Wandel zum öffentlichen Verkehr mit neuen Mobilitätsangeboten in den urbanen Zentren und den ländlichen Räumen zu gestalten.

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Großes Drama im VW-Konzern: Nur sieben Milliarden Euro Profit in 2025

Oliver Blume: Das bisherige Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.

Presse, Funk und Fernsehen sowie der Betriebsrat als Lautsprecher des Vorstandes und der Aktionäre. Wo bleiben Maß und Mitte, wo bleibt der volkswirtschaftliche Verstand, wo bleiben die Erkenntnis vom Interessengegensatz von Kapital und Arbeit?

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Volkswagen: Betriebsratsvorsitzende auf Abwegen

Der Porsche-Piëch-Clan „liebäugelt“ mit der Rüstungsindustrie. Das Management von Volkswagen überlegt auftragsgemäß, im Werk in Osnabrück künftig Militärfahrzeuge zu bauen – auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht darin eine Option, um das Werk zu sichern.

Rüstung sichert gar nix – außer Profite des Porsche-Piëch-Clan.

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VW: Erst Lohnverzicht, dann Arbeitsplätze weg

Eine nüchterne Börsen-Mitteilung des VW-Konzerns: „Auf Basis vorläufiger Zahlen hat die Volkswagen AG im Geschäftsjahr 2025 im Konzernbereich Automobile einen Netto-Cashflow in Höhe von rund 6 Milliarden Euro erzielt (2024: 5,0 Milliarden Euro). … Damit liegen die vorläufigen Kennzahlen wesentlich oberhalb der von der Volkswagen AG für das Geschäftsjahr 2025 erwarteten Werte von rund 0 Milliarden Euro.“ Der VW-Konzern steigert 2025 den Umsatz auf 320 Milliarden Euro und verbucht Gewinnrücklagen von fast 160 Milliarden Euro. Er wird das Jahr 2025 mit einem Überschuss von ca. sieben Milliarden Euro abschließen. Das macht gut 10.000 Euro pro Arbeiterin und Arbeiter im weltweiten Konzern.

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Zeitenwende in der Arbeitswelt!

Für fast 1.560 Milliarden Euro wurden 2025 Güter aus Deutschland exportiert und der deutsche Exportüberschuss beträgt immer noch mehr als 200 Milliarden Euro. Allein die Autoindustrie ist daran mit einem Export von 255 Milliarden Euro und einem Exportüberschuss von 110 Milliarden Euro beteiligt1. Derweil wächst der Reichtum in unserem Land: 256 Milliardär*innen leben heute mit zusammen rund 700 Milliarden Euro Vermögen in Deutschland – fast doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren2. Das private Geldvermögen ist, sehr ungleich verteilt, auf insgesamt 10 Billionen Euro gestiegen. Gleichzeitig lebt jede fünfte Person in Armut.

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Volkswagen: Vom Weihnachtswunder zum Bonus-Wunder

Süßer die Kassen nie klingen – für die Aktionäre

Eine nüchterne Ad-hoc-Mitteilung des Volkswagen-Konzerns für die Finanzmärkte: „Auf Basis vorläufiger Zahlen hat die Volkswagen AG im Geschäftsjahr 2025 im Konzernbereich Automobile einen Netto-Cashflow in Höhe von rund 6 Milliarden Euro erzielt (2024: 5,0 Milliarden Euro). Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile stieg in der Folge zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf mehr als 34 Milliarden Euro (30. September 2025: 31,0 Milliarden Euro). Damit liegen beide vorläufigen Kennzahlen wesentlich oberhalb der von der Volkswagen AG für das Geschäftsjahr 2025 erwarteten Werte von rund 0 Milliarden Euro für den Netto- Cashflow.1

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Volkswagen in Osnabrück: Konversion falsch herum?

Der Absatz von PKWs in Deutschland ist stark rückläufig. Gut so, könnte man sagen: Es werden viel zu viele Autos gebaut. Mit dem Niedergang der Inlandsproduktion – die sank von 2017 bis 2025 um gut 35 Prozent – verschwinden zehntausende Arbeitsplätze. Das hat, wenn es keine Alternativen gibt, dramatische soziale, ökonomische und politischen Konsequenzen. Die Probleme der europäischen Autoindustrie sind schnell benannt: Technologisch weit hinter China, das Ende des neoliberalen Freihandels, falsche Modellpolitik, selbst geschaffene Überkapazitäten, eine blockierte Verkehrswende und keine strategische Industriepolitik seit vielen Jahren. Wir müssen uns klarmachen: Ab jetzt geht es nur noch abwärts mit der Autoindustrie in diesem Land.

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Volkswagen: Verlust oder Gewinn?

VW Quartalsbilanz – Papier ist geduldig: Eine Milliarde Verlust im 3. Ouartal, 3,4 Milliarden Gewinn in den drei Quartalen 2025?

Im 3. Quartal schreibt Volkswagen ein Minus von einer Milliarde Euro in die Konzernbilanz. Ursächlich sind der Absatzrückgang in Europa, entgangene Umsätze von zwei Milliarden Euro bei Porsche sowie die trumpschen US-Zölle. Der Umsatz in den USA sank um fünf Milliarden Euro. Der Spiegel schreibt: „Die VW-Tochter (Porsche) leidet unter Milliardenkosten für den jüngsten Strategie-Schwenk zur Verbrenner-Verlängerung.“ Tagesschau: „Insgesamt brach der VW-Gewinn in den ersten neun Monaten um mehr als 60 Prozent ein – von 8,8 auf 3,4 Milliarden Euro. … Diese positiven Signale kommen an der Börse gut an.“ Der Absatz und der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2025 liegen auf Vorjahresniveau, das „operative Ergebnis“ betrug 5,4 Mrd. €, der Profit nach Steuern 3,4 Mrd. Euro. Es wird am Jahresende keinen Verlust geben, sondern einen Milliardengewinn.

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Panzer statt Porsche? Ein NEIN genügt nicht!

Was geschieht mit der VW-Fabrik in Osnabrück?

Absatzkrise bei Volkswagen verbunden mit der Androhung von Massenentlassungen und drei Werksschließungen. Ein Tabubruch, weil in der VW-Satzung und im VW-Gesetz festgelegt ist, dass der Aufsichtsrat der „Errichtung und Aufhebung von Zweigniederlassungen“ zustimmen muss. Im Ergebnis von Protesten und Verhandlungen mit der IG Metall wurde im Dezember 2024 für alle Standorte außer Dresden und Osnabrück der Ausschluss betriebsbedingter Entlassungen bis 2030 zugesagt. Für das Werk in Osnabrück gibt es Produktionszusagen nur bis September 2027. Rheinmetall hat ein Auge auf die Fabrik geworfen und der Porsche-Piëch-Clan will mit Rüstungsproduktion höhere Profite realisieren als in der schwächelnden Autoindustrie.

Aber es genügt nicht, laut und deutlich NEIN zu sagen – wenngleich das natürlich der Beginn sein muss. Es müssen auch Alternativen für die Produktion von Porsche und Panzer her. Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben ein Recht auf soziale Sicherheit. Volkswagen hat nicht das Recht, das Werk und die Arbeiterinnen und Arbeiter einfach zu verstoßen. Und Volkswagen hat bei seiner mörderischen Geschichte schon gar kein Recht, wieder Fahrzeuge für den Krieg zu bauen und am Krieg Geld zu verdienen. Schon gar nicht in der Friedensstadt Osnabrück.

Es braucht eine Perspektive für die Arbeiterinnen und Arbeiter – jenseits von Porsche und Panzer. Dazu haben sich schon viele Leute Gedanken gemacht. Hier ein Vorschlag zur Güte.

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