Direkte Wahlkampfhilfe von Audi Deutschland für den Fascho im Weißen Haus, vor dem sich Döllner in den Staub wirft. Dabei verstößt Döllner auch gegen die Richtlinien des Unternehems, die besagen, dass „in den drei letzten Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine“ mit beteiligten Parteien oder Politikern wahrgenommen werden. Audi verpflichte sich zur Neutralität im Umgang mit Parteien und Interessengruppen, heißt es dort weiter.
„Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUV hier in Georgia, zu produzieren“, tönte Audi-Chef Döllner bei der Show – und dankte Trump auf offener Bühne für dessen Unterstützung. Döllner macht übrigens nichts ohne Zustimmung des Porsche-Piëch-Clans und ohne Manfred Döss, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Audi und Vorstand „für Integrität und Recht“ im Mutterunternehmen Volkswagen. Nebenbei bemerkt: Volkswagen hat bereits Fabriken in Chattanooga / Tennessee mit einer Kapazität von 230.000 Fahrzeugen und im Bau eine Fabrik in Blythewood / South Carolina, für zwei Milliarden Euro und mit 4.000 Arbeitsplätzen für die neue Marke Scout. Gerade gestoppt hat Volkswagen in Chattanooga die Produktion des elektrischen ID4, das Werk ist also keineswegs ausgelastet.
Ein fatales Signal an die Beschäftigten des VW-Konzerns!
Die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo erklärt, dass, wer die Rede von Trump voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie gehört habe und habe wahrnehmen müssen, dass Döllner zum aktiven Teil dieser Veranstaltung geworden sei, müsse vor „Scham im Boden versinken“ (RP, 26.20.2026). Es ist keineswegs „richtig und notwendig, den US-Markt durch ein neues Werk zu erschließen“, wie die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner sich laut Presseberichten (OP online, 25.10.26) äußerte. Auch nicht, wenn „verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und festgehalten werden.“ In einer heutigen Presseerklärung heißt es ergänzend: „Die Art und Weise, wie Gernot Döllner sich und Audi in den USA präsentiert hat, ist höchst peinlich, politisch inakzeptabel und dem Unternehmen, vor allem aber den Audianerinnen und Audianern, nicht würdig. Seit Monaten fordert die Arbeitnehmervertretung Sicherheit für die deutschen Standorte und gleichzeitig eine klare Nordamerika-Strategie von Volkswagen und Audi. Die Bedeutung des amerikanischen Marktes für die Zukunft von Volkswagen ist bewusst.“
Überkapazitäten müssen abgebaut werden. Und statt Milliarden spekulativ anzulegen, muss es um den Umbau der Autoindustrie gehen und um sichere Arbeitsplätze in dieser Transformation. Dafür zu sorgen und die Arbeiterinnen und Arbeiter als die wesentlichen Akteure dabei zu unterstützen ist Aufgabe meiner Gewerkschaft, der IG Metall.
Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies ist, wie Christane Benner, Mitglied des Aufsichtsrates von Volkswagen und betont nur, „dass ein Wachstum in Amerika auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland sichern müsse anstatt sie zu verdrängen.“ Jede Kapazität, die in den USA aufgebaut wird, führt hierzulande zu weiteren Verlusten von Arbeitsplätzen und Standorten und verbrennt das Geld, das hier für die Transformation fehlt. Ein Kollege schreibt mir dazu: „Wer Milliarden für neue Werke im Ausland bereitstellt, muss auch überzeugende Perspektiven für die heimischen Standorte und ihre Beschäftigten schaffen. Dass sich Audi-Chef Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump für eine Milliardeninvestition feiern lässt, während in Deutschland tausende Beschäftigte um ihre Zukunft bangen, ist schwer zu ertragen.“
Audi-Fabrik in Brüssel vor zwei Jahren geschlossen
Jetzt lohnt eine Erinnerung an das Ende der Fabrik von Audi in #Brüssel. Ist ja noch nicht so lange her. Von der EU war da nix zu hören, von der Bundesregierung war da nix zu hören und auch die IG Metall war ziemlich leise.
Nun stehen die Fabrik in Neckarsulm, vielleicht auch die in Bratislava, zur Disposition und diametral gegenüber einer vier Milliarden Investition in Georgia/USA. Dort in den USA sollen nach Aussage von Döllner nur Luxus-SUV‘s gebaut werden – genau die Fahrzeuge, die heute in Neckarsulm und Bratislava gebaut werden.
Das alte Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, mit Einstieg in die Rüstungsproduktion und mit Hilfe von Trump und als Wahlkampfunterstützung für ihn soll es aber verlängert und maximale Profite gesichert werden. Das geht nur zu Lasten der Konkurrenz und der Arbeiterinnen und Arbeiter, indem die Arbeitssicherheit reduziert und die Arbeitshetze erhöht wird, indem Lohnkosten bei Herstellern und Zulieferern gesenkt werden. Es ist ein Wettlauf nach unten, bei dem nur die Großaktionäre gewinnen. Und es ist Wasser auf die Mühlen der Rechten in USA und Deutschland. Insoweit passt es zu den Porsches und Piëchs und ihren Wurzeln in der Zeit des deutschen Faschismus.



