Menetekel an der Wand: Absatzeinbruch in der Autoindustrie

Die Produktion und der Absatz von Autos in und aus Deutschland auf der schiefen Ebene – im Jahresverlauf abwärts mit steigendem Tempo. Der Abgasbetrug, der Handelskrieg von Trump gegen den Rest der Welt, die Unsicherheiten in der Türkei, veränderte Mobilitätsbedürfnisse und, so die Meldung von Volkswagen an seine Aktionäre, „die Verunsicherung der Kunden in China“ sind ursächlich für die drastischen Absatzeinbrüche. Vor lauter Verzweiflung investieren die Autokonzerne Milliarden Euro in Elektro-Tretroller, in E-Bikes, in „neue Geschäftsmodelle“ und in „autonomes fahren“ oder in pure Luxusschlitten mit über 1.000 PS, um ein Stück vom Kuchen abzukriegen – völlig unklar, ob diesen Kuchen überhaupt jemand essen wird. Die Preise der neuen Produkte bewegen sich im Preissegment von Kleinwagen – das Leasingangebot an die eigenen Beschäftigten wird kaum ausreichen, die Investitionen wieder einzuspielen.

Das Kraftfahrtbundesamt meldet im Oktober die Zahlen, die den Absturz deutlich machen: Menetekel an der Wand: Absatzeinbruch in der Autoindustrie weiterlesen

Wie Hundekacke am Schuh: Volkswagen und der Abgasbetrug

Warum wird Volkswagen den Abgasbetrug nicht los? Und wieso wurde der Audi-Boss Stadler gedemütigt?

Etwas, was passiert ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden. Aber warum klebt der Abgasbetrug an Volkswagen wie Hundekacke am Schuh und stinkt vor sich hin?

Rückhaltlose Aufklärung und volle Transparenz hatten die drei Vorstandsbosse und der Aufsichtsratschef seit dem Aufliegen des millionenfachen Betruges im September 2015 versprochen. Pötsch, Winterkorn, Müller und Diess. Und was ist seither passiert? Wie Hundekacke am Schuh: Volkswagen und der Abgasbetrug weiterlesen

Wie wollen wir leben und mobil sein?

80.000 Euro für ein Elektroauto?

Sand ins Getriebe der Konzernplanung für autogerechte Menschen und Städte – Für das Recht auf Mobilität für alle!

Die Partnerstadt von Leverkusen in der Volksrepublik China heißt Wuxi. Es ist eine 6-Millionen-Metropole in 45 Hochgeschwindigkeitsminuten von Shanghai entfernt. Sie ist das Mekka derjenigen, die das „autonome fahren“ für das Nonplusultra der automobilen Zukunft halten.  Wuxi ist eine Modellstadt der Zentralregierung in Beijing zur Entwicklung von effizienten Verkehrssystemen. Audi, Siemens und Bosch sind dort längst mit Niederlassungen vertreten und machen sich die großzügige Bildungslandschaft zu nutze. „Audi erfindet das fahren neu“ (Handelsblatt, 2./3./4. November 2018) und schickt in der chinesischen Großstadt Autos auf die Straße, die nur noch von Computern gesteuert werden. Wie wollen wir leben und mobil sein? weiterlesen

Trend zum Einwegauto?

VW will moderne Diesel-Pkw verschrotten, um neue Autos zu verkaufen. Die Frechheit ist größer als die Not – aber der Ruf ist ruiniert. Ein Feldzug gegen das Auto?

Der Autoabsatz ist drastisch eingebrochen, die Produktion bei Ford, Opel und Volkswagen wird reduziert, Personalabbau, Kurzarbeit und „verlängerte Ferien“ sind die Zeichen der Krise. Die Fertigung wird in weltweiten „Produktionsnetzwerken“ verteilt, um Beschäftigung irgendwie zu halten; so wird jetzt z.B. im Wolfsburger Stammwerk ein Modell von SEAT produziert. Beschäftigte werden unter Druck gesetzt, in andere Standorte zu wechseln, wo es doch auch keine Perspektive gibt.

Bei VW sanken die Verkaufszahlen im September in Westeuropa um 40 Prozent. Das ist das Ergebnis des Abgasbetruges,  von Marktsättigung, von mörderischer Konkurrenz in einem nicht mehr wachsenden Markt und das absehbare Ende des Autos als individuelles Verkehrsmittel mit Verbrennungsmotor. Trend zum Einwegauto? weiterlesen

Perspektiven der Mobilität: Der Beginn einer Debatte

Gewerkschafter aus der Autoindustrie, Bahnbeschäftigte, Umweltschützer und Globalisierungskritiker diskutieren über Perspektiven der Mobilität. hier der Start aus dem Jahr 2010 – Aktuell wie heut: ausser, dass die unternehmen in den letzten jahren riesige profite eingefahren haben und dass die krise sich jetzt zuspitzt, ist die situaiton heute sehr ähnlich. dehalb lohnt ein blick zurück.

Perspektiven der Mobilität: Der Beginn einer Debatte weiterlesen

Das Elektroauto ist keine Lösung, sondern ein Problem.

Die deutsche Autoindustrie setzt, wie die Bundesregierung, auf das Elektroauto und spricht in diesem Zusammenhang von einer großen Transformation der Autoindustrie. Andere Aspekte wie autonomes fahren und neue Geschäftsfelder werden hier zunächst nicht weiter betrachtet, obgleich sie Teil dieser Transformation sein sollen.

Im Gesprächskreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung „Zukunft Auto, Umwelt und Mobilität“ haben wir uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Dr. Alfred Hartung, der viele Jahre in der Forschung bei Volkswagen gearbeitet hat, hat dazu einen Vortrag gehalten, auf den ich mich stütze.

Meine These: Elektroautos lösen keines der Probleme, die zur Notwendigkeit der Transformation der Mobilität geführt haben. Hier die Argumente und Fakten: Das Elektroauto ist keine Lösung, sondern ein Problem. weiterlesen

Algorithmen für Alle!

„Mit mehr Autos können wir das Verkehrsproblem nicht lösen“ … sagt BMW.

Demokratisch entscheiden – mit einem paritätischen Mobilitätsrat.

Ist das Auto noch des deutschen Mannes liebstes Kind? Zunehmend weniger sieht man die Männer am Wochenende das Auto polieren – zu fast 70 Prozent gehören die Limousinen und SUV’s  gar nicht den Fahrern, sondern sind steuermindernd absetzbare Dienst- und Geschäftsfahrzeuge. Aber immer noch wird geprotzt mit Pferdestärken und Geschwindigkeiten – das Auto ist mehr denn je ein Statussymbol für den karriereorientierten Mittelstand; für die reiche Oberschicht sowieso. Davon grenzen sich jedoch immer mehr Menschen ab, die aus finanziellen oder aus sozial-ökologischen Gründen kein Auto besitzen respektive sehr selten benutzen. Algorithmen für Alle! weiterlesen

Dieselgate: Unterwürfige Regierung

Aktienspung für Autoaktien – trotz drastischer Absatzeinbrüche der Autokonzerne 

Es ging weder um den millionenfachen Abgasbetrug noch um den Verdacht der Kartellbildung, sondern ‹nur› darum, drohende Fahrverbote zu vermeiden.

Das Dieselprivileg, die Steuerbegünstigung von Dieseltreibstoff, wird nicht angetastet; der Staat subventioniert so die Dieselflotte weiterhin mit mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr.

Nachdem die Autoindustrie ihren Kundinnen und Kunden eine „Mobilitätsgarantie“ auch im Falle von Fahrverboten gegeben hat, hat die Regierungskoalition Maßnahmen vorgesehen, mit denen die Bürger auch im Falle von Fahrverboten „ihre Mobilität erhalten können.“ Die Linie der Autoindustrie wird von der Regierung also befolgt. Dieselgate: Unterwürfige Regierung weiterlesen

Opel, VW und Ford reduzieren Produktion – Absatz in Europa rückläufig

Verluste? Nein! Zu geringer Profit – Produktion in Eisenach wird eingestellt.

Eine Chance für die Mobilitätswende?

Opel stellt die Produktion des Kleinwagen Adam am einzigen Produktionsstandort in Eisenach ein. Opel fahre mit dem Adam kaum Gewinne ein, wird gemeldet. 2013 anlässlich des 150. Geburtstages der Opel-Fabrik stolz vorgestellt, wird die Produktion nach gut fünf Jahren beendet – als bräuchte die Welt nur noch SUV’s. Hintergrund: Der Absatz von Klein- und Mittelklassefahrzeugen sinkt, weil der Markt gesättigt ist und weil das Auto oft mehr Stehzeug als Fahrzeug ist. Lediglich SUV’s und Luxusschlitten lassen sich gut verkaufen als Dienst- und Geschäftsfahrzeuge; für die wurde der Steuersatz auch gerade halbiert – ein zwei-Milliarden-Geschenk der Bundesregierung für die Unternehmen. Ähnlich ist es bei Ford und bei Volkswagen, wo der Absatz in Europa erheblich ins stocken geraten ist. In allen Firmen ist das mit Personalabbau verbunden – Arbeitsplätze, die für immer verschwunden sein werden. Opel, VW und Ford reduzieren Produktion – Absatz in Europa rückläufig weiterlesen

Massensterben auf deutschen Straßen

 3.200 Verkehrstote werden mitleidlos kaum zur Kenntnis genommen. Kein Mitleid, kein Staatsakt, keine Demo – unvermeidliche Kollateralschäden der Autogesellschaft?

Etwa 3215 Menschen starben 2017 bei Verkehrsunfällen in Deutschland, meldet der ADAC. „Etwa“? Na ja, schwierig zu zählen, wenn eine Person erst drei Wochen nach einem Unfall verstirbt. Weltweit sind es etwa 1.250.000 Menschen, die jährlich im Straßenverkehr tödlich verletzt werden. Bei etwa 2,6 Millionen Unfällen im deutschen Straßenverkehr kommen jährlich über 3200 Menschen ums Leben, fast zehn Menschen pro Tag. Ein Drittel davon innerörtlich; besonders stark zugenommen hat die Opfergruppe der Radfahrer_innen (mit 382 tödlichen Unfällen) wie auch die der LKW-Fahrer; fast 400.000 Personen wurden teilweise schwer verletzt, davon 75.000 Radfahrer_innen. Einige jüngere Meldungen aus diesem Jahr: Massensterben auf deutschen Straßen weiterlesen