Volkswagen: Betriebsratsvorsitzende auf Abwegen

Der Porsche-Piëch-Clan „liebäugelt“ mit der Rüstungsindustrie. Das Management von Volkswagen überlegt auftragsgemäß, im Werk in Osnabrück künftig Militärfahrzeuge zu bauen – auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht darin eine Option, um das Werk zu sichern.

Rüstung sichert gar nix – außer Profite des Porsche-Piëch-Clan.

Bei solcher Produktion besitzt VW eine unrühmliche, aber sehr lange Tradition. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume: „Wir haben das in der Vergangenheit schon gemacht. Der Volkswagen Konzern ist bereit, zu beraten und zu unterstützen. Wenn die Option militärischer Fahrzeuge in Zukunft besteht, müssten wir uns die Konzepte genauer ansehen.“

Im Stahlwerk in Salzgitter wird bereits seit kurzer Zeit Stahl hergestellt, der von der Bundeswehr zertifiziert ist.

Daniela Cavallo ist Mitglied des Vorstandes der IG Metall. Die IG Metall ist für Frieden und Abrüstung.

Sie ist Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen. Volkswagen ist einst für die NS-Ideologie der Volks- und Betriebsgemeinschaft, für Rüstung und Kriegsvorbereitung geschaffen worden. Der Kriegsverbrecher und SS-Oberführer Ferdinand Porsche und sein Schwiegersohn Anton Piëch, NSDAP-Mitglied, waren verantwortlich für die mörderische Ausbeutung zehntausender Kriegsgefangener und KZ-Sklaven.

Auch zur Begrenzung der Macht der Konzerne wurden die Artikel 14/15 ins Grundgesetz aufgenommen, wurde die Mitbestimmung in vielen Gesetzen verankert – besonders stark bei Volkswagen im VW-Gesetz.

Daniela Cavallo ist Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrates – also aller Unternehmen, die zum VW-Konzern gehören. Sie soll über die Strategie des Konzerns mitbestimmen und mitentscheiden. In der Rüstung entscheiden aber Manager und Generäle.

Nun spricht sich Daniela Cavallo offen aus für Rüstungsproduktion bei VW.

Ohne eigene alternative Vorschläge, ohne Not und ohne Blick auf die fürchterliche Gründungsgeschichte von Volkswagen befürwortet die Betriebsratsvorsitzende Rüstungsproduktion im Konzern.

Im August 2025 erklärte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats noch, dass ein Einstieg in die Produktion von Kriegswaffen oder Kampfmitteln aus Sicht der Arbeitnehmervertretung keine Option sei. … „Das hat nicht nur unternehmensstrategische und technologische Gründe, sondern nicht zuletzt auch ethische vor dem Hintergrund der Volkswagen-Unternehmensgeschichte.“ (WAZ, 19.8.2025)

Jetzt werden durch den Porsche-Piëch-Clan Autofabriken geschlossen und neue Geldanlagen in der Rüstungsindustrie gesucht: „Die Porsche SE investiert gezielt in Fernbusunternehmen, Drohnentechnik und Software für autonome Lkw …“ Zurück zu den grausamen Wurzeln und wieder Geld machen mit dem Krieg? Die großen Aktionäre von Volkswagen, der Porsche-Piëch-Clan und die Kopf-ab-Diktatur in Katar, haben ein Interesse daran, die Profite maximal zu steigern und die frei verfügbaren Rüstungsmilliarden einzusacken. Ihnen geht es weder um Demokratie noch um Menschenrechte. Aber das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat verfügen über eine Mehrheit – sie könnten auch anders steuern. Die IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner, selbst Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen, hat vorgeschlagen, „ein Sondervermögen aufzumachen für den ökologischen Umbau der Industrie“. Alles relativierend sagt Stephan Soldanski, der Chef der IG Metall in Osnabrück: „Es wäre kurzsichtig, sich einseitig auf die Rüstungsindustrie zu konzentrieren.“

„Auf unserem Weg zu einer diversifizierten Investitionsplattform verfolgen wir die Themen Verteidigungsfähigkeit, Sicherheit und europäische Resilienz sehr genau“, sagte Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns und Vorstandsvorsitzender der Porsche SE. „Wir wollen uns im Portfoliosegment verstärkt im Verteidigungs- beziehungsweise verteidigungsnahen Bereich engagieren.“ Das Unternehmen hat angekündigt, in einem ersten Schritt eine Plattform für Investitionen in aufstrebende Technologieunternehmen im Rüstungsbereich, auch in Zusammenarbeit mit weiteren Investoren und starken Partnern, aufzubauen. Dazu sei eine „Defense Day“ geplant, bei dem sich deutsche und europäische „Family Offices“ vernetzen könnten, die Interesse an Investitionen im Verteidigungssektor haben. Inzwischen sind im VW-Werk in Osnabrück mehrere Prototypen auf Basis vom VW-Amarok, vom VW-Bulli und vom VW-Crafter gebaut und vorgestellt worden.

Der Porsche-Piëch-Clan will mit Rüstung mehr Geld verdienen.

Rüstung sichert gar nix – außer Profite des Porsche-Piëch-Clan.

Info 1: Der Clan ist reich geworden durch die verbrecherische Unterstützung des Naziregimes, durch Sklavenarbeit von KZ-Häftlingen und Rüstungsproduktion.

Info 2: In der Satzung der IG Metall heißt es: Sie bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Rechtsstaates und die weitere Demokratisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung und den Schutz der natürlichen Umwelt zur Sicherung der Existenz der Menschheit ein. … Demokratisierung der Wirtschaft unter Fernhaltung von neofaschistischen, militaristischen und reaktionären Elementen.

Über alternativen zur Rüstungsproduktion habe ich hier schon eine Menge geschrieben: https://stephankrull.info/2025/09/09/panzer-statt-porsche-ein-nein-genuegt-nicht/#more-4234,

Mario Candeias und ich haben einen sehr konkreten Vorschlag gemacht: https://stephankrull.info/2025/08/10/vw-werk-osnabrueck-vor-der-entscheidung-panzer-oder-kleinbus/

Hier die meldung des NDR zu Offenheit von Daniela Cavallo für Rüstungsproduktion: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/vw-betriebsratschefin-ist-offen-fuer-ruestungsprojekte,vw-1080.html

Und hier die Meldung über den geplanten „Defense Day“ der Porsche SE, über die die Beteiligung des Porsche-Piëch-Clan an Volkswagen gehalten wird: https://esut.de/2025/08/meldungen/62544/porsche-verteidigung-investieren/

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