IG Metall: Kongress voller Widersprüche

Als »Kongress voller Widersprüche« charakterisiert jW-Autor Stephan Krull den zurückliegenden Gewerkschaftstag der IG Metall in Express. Die Industriegewerkschaft kritisiere das Freihandelsabkommen TTIP, spreche sich zugleich aber für weitere Verhandlungen aus. Sie positioniere sich für das uneingeschränkte Streikrecht, unterstütze aber das Gesetz zur »Tarifeinheit«, das selbiges aushebelt. Und die IG Metall stehe für gewerkschaftliche Solidarität, schwäche aber den Deutschen Gewerkschaftsbund. So änderte die IG Metall ihre Satzung dahingehend, dass nur noch solche DGB-Beschlüsse bindend sind, die von den eigenen Leitungsgremien befürwortet werden. Diese »Schwächung des DGB könnte sich als verhängnisvoll herausstellen«, warnt Krull. Die Widersprüche in den Kongressbeschlüssen führt er auf »eine gewisse Orientierungslosigkeit« der Gewerkschaft zurück, der eine brauchbare Analyse der gegenwärtigen Krise fehle.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt Krulls ist, dass die Spaltung des Arbeitsmarkts in der Debatte auf die Problematik von Stamm- und Randbelegschaften reduziert worden sei. »Die Erwerbslosigkeit und die Erwerbslosen waren und sind für die IG Metall erkennbar kein Thema.« Das zeige sich auch beim Thema Arbeitszeit: Zwar will sich die IG Metall in den kommenden drei Jahren dafür einsetzen, die Wochenarbeitszeiten in den von ihr vertretenen Branchen, vor allem in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie, auf 35 Stunden zu senken. Ein Zusammenhang zur Überwindung der Erwerbslosigkeit wird dabei allerdings nicht hergestellt. Ein neuer Anlauf für die 35-Stunden-Woche im Osten müsse – insbesondere nach der »traumatischen Niederlage im Sommer 2003« – als große gesellschaftliche Auseinandersetzung geführt und entsprechend vorbereitet werden, so Krull, der seine Kritik nicht allein auf die IG-Metall-Führung beschränkte. Es sei eine Schwäche gewesen, dass sich linke Metaller »nicht bzw. nicht gemeinsam auf die Debatten dieses Gewerkschaftstages« vorbereitet hatten. (dab)

Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 12/2015, 16 Seiten, 3,50 Euro,

Wieviel wollen wir noch arbeiten?

35 Wochenstunden, 32 oder 30: In der Malocherrepublik Deutschland ist es keine Schande, weniger Arbeit zu fordern. Und das unabhängig von Kita-Zeiten. Die neue Arbeitszeitdebatte dreht sich um Sinn, Gerechtigkeit und Machtfragen.

„Ich glaube, dass wir gerade einen historischen Entwicklungsschritt vorbereiten“, sagt Stephan Krull, 66. Er arbeitet seit den achtziger Jahren bei Volkswagen und neigt nicht zum Pathos. Inzwischen hat er bei Attac die Arbeitsgemeinschaft „Arbeit FairTeilen“ gegründet. Ihr Ziel: Die Zahl der Wochenarbeitsstunden soll in Zukunft auf 30 sinken. Für eine Vollzeitstelle.

http://www.spiegel.de/karriere/arbeitszeit-einfuehrung-der-30-stunden-woche-und-elterngeldplus-a-966832.html

Die Ökonomie vom Kopf auf die Füße stellen!

Thesen zur Tarifrunde 2012
express, 17.02.2012

Auf was muss sich Tarifpolitik in der Krise einstellen, wie kann sie dieser begegnen? Einen Aufschlag dazu hatten wir in der letzten Ausgabe des express mit dem Diskussionspapier der Gewerkschaftslinken dokumentiert. Stephan Krull nimmt den Ball auf und bezieht sich in seinen Thesen zu den anstehenden Tarifrunden im Öffentlichen Dienst und Metallbereich u.a. auf dieses Papier. Unter dem Motto »Arbeit und Geld umfairteilen« entwickelt er jedoch eine Perspektive, die verteilungspolitische Fragen mit Arbeitszeitverkürzung und einer anderen gesellschaftlichen Arbeitsteilung verbindet und so über klassische monetäre Umverteilungsforderungen hinausgeht.

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Europas Zukunft: Soziale Konvergenz!

Die Wahl in Deutschland hat den Rechtstrend in Europa durchbrochen. Dennoch ist die Botschaft widersprüchlich: Einerseits basiert der denkbar knappe Sieg von Rot-Grün neben anderen Faktoren auf der klaren Absage an einen Krieg gegen den Irak an der Seite von Bush – eine Position, die gleichwohl jeden Tag neu erkämpft werden muss. Andererseits bedeutet die Niederlage der PDS, dass nicht nur der Friedensbewegung Ansprechpartner im Parlament abhanden gekommen sind. Europas Zukunft: Soziale Konvergenz! weiterlesen

Un sindicato contra el liberalismo

FORO SOCIAL EUROPEO, 6-10 NOVIEMBRE, FLORENCIA

Un sindicato contra el liberalismo: „La CES tiene que cambiar de camino“
Entrevista a Stephan Krull, delegado de la IG Metall alemana en Florencia

Il Manifesto (8 de Noviembre de 2002)

Felpa negra y pañuelo rojo al cuello, Stephan Krull tiene unos cuarenta años, es delegado de IG Metall de la Volkswagen y miembro de la secretaría de Wolfsburg, Baja Sajonia, el sindicado de los obreros mecánicos alemanes. Ayer en Florencia ha intervenido en el taller de trabajo de la izquierda de la Cgil, dónde ha contado las huelgas de este año concluidas con aumentos del 4% para el 2002 y del 3,1 para el 2003.

„Resultados – ha dicho – no completamente satisfactorios“. Pero también ha hablado de Europa y de luchas europeas.

IM- IG Metall propone una política contractual europeo uniendo sueldo y horario. ¿Cómo realizarla teniendo en cuenta las fuertes diferencias salariales entre los países, para no hablar de horario y condiciones de trabajo, destinadas a crecer con la llegada de los países del Este?.

SK- Sobre el horario de trabajo la reivindicación de las 35 horas semanales puede ser válida para toda Europa. En cuánto al sueldo, hace falta elaborar fórmulas comunes eficaces. Puede partir de dos elementos: evitar que los diferenciales salariales entre un país y otro todavía crezcan y una plataforma común mínima que imponga al menos la recuperación de la inflación y el aumento de la productividad.

IM- ¿Pero está la Confederación Europea de Sindicados a la altura de un desafío de este género?

SK- Absolutamente no, desgraciadamente. La actual estructura de la CES no se corresponde a esta exigencia y la Ig Metall, en efecto, es muy crítica. Estamos discutiendo cómo transformarla para hacerla capaz de conducir luchas a nivel continental. Es necesario también poner el problema del coste, del peso del aparato CES de Bruselas.

IM- El vuestro es un sindicato tradicional que se enfrenta aquí con un movimiento que va más allá del trabajo asalariado y junta jóvenes, estudiantes, precarios, asociaciones. ¿Que relación es posible?

SK- Si los sindicatos no fueran capaces de dar respuestas a estos movimientos, de intervenir, será su fin. Se trata obviamente de un desafío que también ha que recoger a nivel internacional. Nosotros tenemos que cooperar con todos los que critican los acuerdos de libre comercio, a partir de una organización como Attac.

IM- Usted ha dicho aquí que el SPD, en Alemania, ha vencido las elecciones „a pesar de si mismo“, a pesar de la desilusión provocada en amplios sectores de la clase obrera, y que tampoco el nuevo gobierno Schröder parece cambiar. ¿Cómo le apoyarán?

SK- Sobre la jubilaciones, la salud y ocupación están en discusión medidas que no tienen nada de social, que llevan al aniquilamiento del bienestar. Y si el gobierno continúa sobre este camino será un importante elemento negativo. Pero a nuestro parecer depende del sindicado. Sobre los socialdemócratas hoy hay una presión notable de parte de las asociaciones privadas, especialmente de la industria, y si nosotros no fuéramos capaces de ejerce

https://www.rosalux.de/publikation/id/3466/europaeisches-sozialforum-in-florenz-6-10-november-2002/