VW Hauptversammlung – kreative Buchführung

Kurz vor der Aktionärsversammlung von #volkswagen etwas zur allgemeinen Information und zur Ernüchterung derjenigen, die sich an kreativer Bilanzierung berauschen:

Zwar werden 5,4 Mrd € als Gewinn ausgewiesen – allerdings nur unter Berücksichtigung der Auflösung von Rückstellungen (12 Mrd. Euro), der Reduzierung des Cashflow (4 Mrd. Euro) und der Erhöhung der Finanzschulden (9 Mrd. Euro). Der Zulassungsrekord wurde durch teure Rabattaktionen, durch zehntausende Eigenzulassungen und hunderttausende Tageszulassungen erreicht, die den Händlern aufgedrückt wurden. VW Hauptversammlung – kreative Buchführung weiterlesen

Kapitalverbrechen – Weltkonzern im Abseits


Trügerische Ruhe bei Volkswagen: Der Abgasbetrug, die Verschwörung und die Folgen für die Belegschaft.

Ein Beitrag von mir für die junge Welt am 1. Mai 2017:  Kapitalverbrechen – Weltkonzern im Abseits weiterlesen

#dieselgate: Anklage gegen sechs VW-Manager in den USA

UNITED STATES DISTRICT COURT EASTERN DISTRICT OF MICHIGAN
SOUTHERN DIVISION
UNITED STATES OF AMERICA
11. Januar 2017
D-2 RICHARD DORENKAMP,
D-3 HEINZ-JAKOB NEUSSER,
D-4 JENS HADLER,
D-5 BERND GOTTWEIS,
D-6 OLIVERSCHMIDT,
and
D-7 JURGEN PETER,
Defendants.

https://www.justice.gov/opa/press-release/file/924401/download

Absatzflaute bei VW – Krisenzeichen unübersehbar

#dieselgate Absatzflaute Eine Woche Produktionsstopp bei VW in Wolfsburg. In der nächsten Woche ruht im Werk Wolfsburg die Golf-Produktion. Ein verlängerter Oster-Urlaub ist zwar auf den ersten Blick sehr schön. Aber die Pause zeigt auch: Volkswagen hat die Verwerfungen durch den Abgasbetrug und die Absatzflaute noch längst nicht überstanden!

http://m.waz-online.de/VW/Aktuell/Golf-Produktion-ruht-an-vier-Tagen

Statment of Facts – VW Schuldeingeständnis gegenüber der Justiz in den USA

NICHTAMTLICHE ÜBERSETZUNG – Sprachendienst Deutscher Bundestag
ANLAGE 2
SACHVERHALTSDARSTELLUNG
Die folgende Sachverhaltsdarstellung wird durch Verweis als Teil der Vergleichsvereinbarung im Strafverfahren (die „Vereinbarung“) zwischen dem US-Justizministerium (das „Ministerium“) und der Volkswagen AG („VW AG“) eingebunden. Die VW AG bestätigt und erklärt hiermit, dass die nachfolgenden Informationen wahrheitsgemäß und korrekt sind. Die VW AG stimmt zu, akzeptiert und erkennt an, dass sie nach US-Recht für die in dieser Sachverhaltsdarstellung dargelegten Handlungen ihrer Mitarbeiter verantwortlich ist und erkennt weiterhin an, dass diese Handlungen im Rahmen der Ausübung ihrer beruflichen Beschäftigung/ihres Arbeitsverhältnisses und, zumindest teilweise, zum Vorteil der VW AG erfolgten.

https://www.justice.gov/opa/press-release/file/924436/download

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VW hinter die Kulisse geschaut: Bilanzpressekonferenz am 14. März 2017

„Die Umsatzerlöse der Marke Volkswagen Pkw gingen im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 105,7 Mrd. Euro zurück. Das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sank auf 1,9 (2,1) Mrd. Euro. Der Rückgang ist wesentlich auf Volumen-, Mix- und Wechselkurseffekte sowie höhere Vermarktungskosten infolge der Dieselthematik zurückzuführen. Dagegen wirkten bereits Kosteneinsparungen aus dem Effizienzprogramm positiv.“
Minus 0,6% Umsatz Marke VW. Rückgang auf blabla sowie höhere Vermarktungskosten infolge der Dieselthematik.“ „Dieselthematik“ ist Synonym für den millionenfachen Abgasbetrug. Aber was bedeuten „Vermarktungskosten“ in diesem Zusammenhang? VW hinter die Kulisse geschaut: Bilanzpressekonferenz am 14. März 2017 weiterlesen

Schlitzohren und Halunken: Klein Ferdinand und der Nazi-Opa

Sie nennen sich Manager, und genauso sehn sie auch aus: Bänker, Bängster und Bonus-Banditen, die für Renditen unter 50 Prozent gar nicht erst aufstehen und sich jedes ihrer Finanzverbrechen vom Steuerzahler fürstlich honorieren lassen. Die Glaubwürdigkeitsbarone der politischen Klasse wiederum reden, wenn der Tag lang ist, soviel Blech, dass sie aus metallurgischen Gründen jederzeit bei der IG Metall willkommen sein müssten. Aber nicht mehr lange. Hiermit legen wir sie vor, die ultimative, erbarmungslos recherchierte Enzyklopädie der Besten mit den weißen Westen. Endlich kommt Licht ins Dunkel. Deutsche Täter, Leugnen ist zwecklos. Händy hoch! In dieser Enzyklopädie, Herausgegeben von Peter Sodann, ein Beitrag von mir zu Opa Ferdinand Porsche und Enkel Ferdinand Piëch: Klein Ferdinand und der Nazi-Opa.

Nach einer Buchlesung in Hannover in der Galerie Calenberg im August 2010 (von rechts nach links Stephan Krull, Peter Sodann, Thorsten Stelzner)

In Wolfsburg ist die Welt im Sommer des Krisenjahres 2009 in Ordnung. Die Fußballabteilung von Volkswagen wird spektakulär „Deutscher Meister“. Die Stadt steht Kopf, alle haben Anteil an der Meisterschale, gemeinsam feiern fleißige Arbeiter und rührige Manager, umtriebige Betriebsräte und  steinreiche Vorstände. Fast alle Beschäftigten des ehemaligen „Kraft-durch-Freude“-Betriebes bekommen eine Sonderzahlung von 4000 €. Krise? Was für `ne Krise? Schlitzohren und Halunken: Klein Ferdinand und der Nazi-Opa weiterlesen

Vorwärts nur mit Phrasen – Die Krise der Automobilindustrie

Seit biblischen Zeiten wissen die Menschen, dass anhaltendem Hochmut der tiefe Fall folgt. Das müssen jetzt die Eigentümer, Manager und leider auch die Beschäftigten von Volkswagen erfahren. Fast alle Autohersteller schummeln die Abgaswerte ihrer Fahrzeuge EU-konform. Volkswagen, Audi und Porsche jedoch haben mit krimineller Energie über zehn Jahre eine betrügerische Software in elf Millionen Fahrzeuge eingebaut und mit »Clean Diesel« eine ebenso betrügerische Offensive gestartet. Die VW-Oberen leben in ihrer eigenen »Volkswagen-Welt«, haben mit dem Käfer schon mal »die Welt erobert« und wollten nun weltgrößter Autokonzern werden: die besten und meisten Autos, den meisten Umsatz, den meisten Gewinn, die meisten und besten Beschäftigten. Das zu erreichen ist mit legalen Mitteln nicht möglich. Deshalb der millionenfache Abgasbetrug – bis im August 2015 alles aufflog. Genauer: Der Betrug geht insofern weiter, als die Dreckschleudern immer noch überall auf der Welt im Einsatz sind und die Luftqualität lebensbedrohlich verpesten. Vorwärts nur mit Phrasen – Die Krise der Automobilindustrie weiterlesen

VOLKSBURG – WOLFSWAGEN 75 Jahre „Stadt des KdF-Wagen“ / Wolfsburg

Ossietzky-Verlag, 14,95 Euro

Mit Beiträgen von Christiane Berger, Achilles Franke, Andreas Guidi, Alfred Hartung, Mechthild Hartung, Hartwig Hohnsbein, Otto Köhler, Stephan Krull, Betty Rannenberg und Pia Zimmermann

Volkswagen wird 75 Jahre alt. Absatzrekorde, schicke Autos, satte Profite, zufriedene Arbeiter.
Wer denkt da an einen NS-Musterbetrieb, an „Kraft durch Freude“, an Zwangsarbeit und KZ-Sklaven?
Hier soll nach dem Willen des Führers ein gigantisches Werk entstehen, von dem man noch einmal in der Welt reden wird.
26. Mai 1938: Grundsteinlegung durch Adolf Hitler im Beisein von Porsche, Piëch und 70.000 fanatischen „Volksgenossen“. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der besetzten Länder, Kriegsgefangene und KZ-Sklaven müssen Minen, Flugzeug- und Raketenteile sowie Kraftfahrzeuge produzieren und munitionieren so die faschistische Wehrmacht für den mörderischen Feldzug. Für die Porsches und Piëchs die Begründung des Milliardenvermögens, für die zur Arbeit gezwungenen 20.000 Männer und Frauen ein Albtraum, den viele nicht überleben.
Die Autorinnen und Autoren beleuchten die Geschichte der „Stadt des KdF-Wagen“, sie spüren der durch die Nazis begründeten „klassenlosen Volks- und Betriebsgemeinschaft“ nach und beschreiben Kontinuitäten, durch die aus der „Stadt des KdF-Wagen“ dieses Wolfsburg wurde. Die ungebrochene Verehrung von Porsche ist dem Mythos vom „genialen Konstrukteur“ geschuldet. Kann sich eine Legende so lange halten, weil sie Teil der Marketing-Strategie ist?
Nach der Befreiung vom Faschismus zunächst „herrenlos“, gehört das Unternehmen 75 Jahre nach der pompösen Gründung dem Porsche-/Piëch-Clan – geniale Strategen von Geld und Macht. Gelegentlich versucht diese Familie mit Spenden von der Herkunft des Reichtums abzulenken. Auch darüber schreiben die Autorinnen und Autoren.

 

#dieselgate Verdunklungsgefahr statt Aufklärung, Piëch will nicht aussagen

#dieselgate Verdunklungsgefahr. Ministerpräsiden schwer belastet. Weil muss VW-Mandat ruhen lassen!
MP Stephan Weil beklagt sich über Piëch, leistet aber nicht den geringsten eigenen Beitrag zur Aufklärung. Er hält Wolfgang Porsche, einen der Profiteure des millionenfachen Betruges, an der Spitze des Aussusses, der aufklären soll; er nickt Millionen-Abfindungen für einjährige Vorstandsarbeit bei VW ab; er widerspricht nicht der Auflösung von 30.000 Beschäftigungsverhältnissen bei VW; er widerspricht nicht der Entlassung von über 3.000 Leiharbeitern bei VW; er entwickelt keinerlei Ideen für eine andere Ausrichtung des Unternehmens – aber er beklagt sich über Ferdinand Piëch, der ihn damit beslastet, ihn als Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrates frühzeitig im Frühjahr 2015 über die Ermittlungen in den USA informiert zu haben. #dieselgate Verdunklungsgefahr statt Aufklärung, Piëch will nicht aussagen weiterlesen