Umbau VW-Konzern: Ein harter Hund für die neue Etappe im Krieg der Konzerne

VW-Chef Müller war als Nachfolger von Winterkorn geholt worden, um die Scherben des millionenfachen Abgasbetruges aufzukehren und dabei die Aufklärung nicht zu weit zu treiben. Diese Arbeit ist weitgehend erledigt. In den USA wurden Strafen und Kosten von über 20 Milliarden Euro bezahlt und abgeschrieben, fast niemand fragt mehr nach den Verantwortlichkeiten für den Abgasbetrug im Konzern; von anfänglichen Sprüchen zur rücksichtslosen Aufklärung „ohne Ansehen der Person“ und von dem Versprechen der Transparenz ist nichts geblieben – trotz Landesbeteiligung und weitgehender gewerkschaftlicher Mitbestimmung im Unternehmen. Umbau VW-Konzern: Ein harter Hund für die neue Etappe im Krieg der Konzerne weiterlesen

Mobilitäts- und Verkehrswende – für wen, mit wem und wohin?

Veröffentlicht in der Zeitschrift SOZIALISMUS, Heft 3-2018

Die Autoindustrie befindet sich in einer großen Transformation mit offenem Ausgang. Ob die Produktion mit 85 Millionen Pkw weltweit im Jahr 2017 bereits ihren Zenit erreicht hat, ist offen. Doch dass sie in ihrer bisherigen Form keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr hat, steht außer Frage. Wir sind Zeugen einer Verkehrswende – unklar in welche Richtung: Profit- oder Bedürfnisorientierung? Das Auto inklusive Verbrennungsmotor genügt weder den Erfordernissen der Umwelt noch den unterschiedlichen Mobiltätsbedürfnissen.

Kai Burmeister von der Bezirksleitung der IG Metall Baden-Württemberg macht in der Ausgabe 1/2018 von Sozialismus den Vorschlag, strategische Debatten auf aktuelle Herausforderungen zu beziehen und nicht bei allzu zeitlosen Grundsätzen stehen zu bleiben.[1] Mobilitäts- und Verkehrswende – für wen, mit wem und wohin? weiterlesen

VW-Skandale am Fließband: „Fehlverhalten Einzelner“ oder Verschwörung?

Abgasbetrug, Abgastests an Affen und Razzia bei Audi – bisher wurde nichts aufgeklärt! Öffentliche Kontrolle ist jetzt dringend erforderlich.

In diesen turbulenten Tagen mit Tarifabschluss in der Metallindustrie und Regierungsbildung in Berlin geht beinah unter, dass im VW-Konzern wieder und immer noch Feuer unterm Dach ist. Es stinkt zum Himmel, den Dreck von Vorstand und Management müssen aber die Beschäftigten weg räumen.
Der Abgasbetrug ist mitnichten aufgeklärt, da kommen die Abgastests mit Menschen und Affen ans Licht. Wie beim millionenfachen Abgasbetrug soll es sich um „Fehlverhalten Einzelner“ handeln und Müller kündigt an, „mit harter Hand und ohne Rücksicht auf Personen“ aufzuklären.
Wie beim Abgasbetrug handelt es sich angeblich um „Fehlverhalten Einzelner“, wie beim Abgasbetrug kündigt der Chef rücksichtslose Aufklärung an.
„Primaten statt Menschen“, so wurde innerhalb des Unternehmens, u.a. mit der Rechtsabteilung abgesprochen, sollten den Abgasversuchen ausgesetzt werden. Sind denn die von allen guten Geistern verlassen? Gibt es keinen kleinsten Rest von Anstand mehr bei diesen Typen? VW-Skandale am Fließband: „Fehlverhalten Einzelner“ oder Verschwörung? weiterlesen

Tier- und Menschenversuche – Bauernopfer beurlaubt!

Müller, Zetsche und Komplizen müssen zurücktreten!
VW-Generalbevollmächtigter wegen Tier- und Menschenversuchen „beurlaubt“; Thomas Steg (SPD, „Die Stimme der Macht“) hat „die volle Verantwortung“ übernommen 😉
Thomas Steg – vom DGB-Pressesprecher über Schröders Kanzleramt zum „Generalbevollmächtigten für Außen- und Regierungsbeziehungen“ der Volkswagen AG bis zur „Beurlaubung“ in der Affäre um Abgastest an Affen und Menschen. Eine typische Karriere am Standort Autoland-Deutschland – bis hin zum Bauernopfer!

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Krise bei VW – wer zahlt die Zeche?

Zu Abgasversuchen an Menschen und Tieren äußere ich mich später. Heute nur zu der Frage, wer die Zeche der Krise zahlt bzw. zahlen wird – ganz unabhängig davon, das Volkswagen mal wieder ein „Rekordjahr“ vermeldet.

Als erstes waren die Leiharbeiter dran, jetzt kommen die Stammbeschäftigten in den unterausgelasteten Produktionsbreichen – beim Golf in Wolfsburg bzw. bei der Produktion in Mexiko. Krise bei VW – wer zahlt die Zeche? weiterlesen

Tarifstreit bei Volkswagen: Personalabbau und Arbeitszeitverlängerung?

70 Milliarden Euro Gewinnrücklagen!

VW macht kein verhandlungsfähiges Angebot, fordert aber Arbeitszeitverlängerung – dabei geht es ausschließlich um Gewinnsteigerung für die Großaktionäre, für den Porsche-Piëch-Clan und die Scheichs von Katar; trotz 70 Milliarden Euro Gewinnrücklage!

Und die „Enttäuschung“ ist allgemein bei den Gewerkschaftern, glaubten sie doch, immer wieder dem gleichen Irrtum verfallend, im Personalvorstand Karl-Heinz Blessing (SPD), einen der ihren zu haben. Aber wie jedes andere Vorstandsmitglied ist auch der Personalvorstand ausschließlich den Profitinteressen des Unternehmens, den Renditeerwartungen der Aktionäre, dem Porsche-Piëch-Clan und den Scheichs von Katar verpflichtet – so wie es vor Blessing eben Peter Hartz und Horst Neumann waren; allesamt Mitglieder der SPD und der Gewerkschaft und quasi von der IG Metall und dem Betriebsrat vorgeschlagen bzw. berufen worden.

Im Forderungskatalog fehlt, im Vergleich mit den Forderungen der Metall- und Elektroindustrie, die Forderung nach individueller Absenkung der Arbeitszeit. Der Grund dafür ist eine bereits sehr hohe Arbeitszeitflexibilität für das Unternehmen. Am Beginn des Jahres 2018 wird dieser „Arbeitszeitkorriodor“ fleißig genutzt. In Bereichen wie der Golf-Fertigung in Wolfsburg, der Bulli-Fertigung in Hannover oder der Fertigung für den US-Markt in Mexiko gibt es wegen Auftragsmangel „Arbeitsruhe“ und zum Teil länger andauernd die 4-Tage-Woche, andererseits läuft die SUV-Produktion des Tiguan in Wolfsburg auf Hochtouren, mit Überstunden und Wochenendarbeit wegen Auftragsstau: die atmende Fabrik und oft atemlose Beschäftigte. Bei dieser Ausgangslage hat das Unternehmen in der ersten Verhandlung erst gar kein Angebot unterbreitet, sondern die eigene wirtschaftliche Lage dramatisch dargestellt, auf die Konkurrenz und auf „globale Risiken“ hingewiesen. Tarifstreit bei Volkswagen: Personalabbau und Arbeitszeitverlängerung? weiterlesen

Gespielte „Sozialpartnerschaft“ bei Daimler und Volkswagen – in anderen Ländern „lassen sie die Sau raus“!

Der Journalist Jörn Boewe beschreibt in dem Artikel für den Freitag (21.12.2017) die Praktiken deutscher Unternehmen im Ausland.

Während sie in Deutschland auf Sozialpartnerschaft machen, betreiben die gleichen Unternehmen in den USA und in osteuropäischen Ländern Gewerkschaftsbashing der brutalsten Art und Weise. Es sind die gleichen Eigentümer und Manager: Hier glühende Sozialpartner, Honorationen in Arbeitgeberverbänden, Aufsichtsräten und der CDU – dort brutale Gewerkschaftsfresser.

Mitbestimmung und vertrauensvolle Zusammenarbeit der „Sozialpartner“ sind Grundpfeiler des deutschen Wirtschaftsmodells – diese Erzählung gehört nicht nur zum Kanon der Gewerkschaften, sondern auch zum Bild, das diedeutsche Automobilindustrie von sich selbst verbreitet. Doch die Realität sieht anders aus. In vielen Firmen, die sich hierzulande an die Spielregeln von Betriebsverfassungs- und Tarifvertragsgesetz halten, ist aggressive Missachtung des Rechts auf gewerkschaftliche Betätigung auf dem Vormarsch – wenn man den Blick nach Übersee richtet. Gespielte „Sozialpartnerschaft“ bei Daimler und Volkswagen – in anderen Ländern „lassen sie die Sau raus“! weiterlesen

Der „Diesel-Judas“ – ein mythischer Entlastungsangriff

VW will die Dieselsubventionen abschaffen – so die überraschende Meldung nach einem Interview von VW-Chef Müller im Handelsblatt. „Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Diesel-Verbrennungsmotor nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden.“ [1] Wenig überraschend ist diese Feststellung, wenn man weiß, dass Volkswagen ein Finanzpolster (Gewinnrücklage) von 70 Milliarden Euro angelegt hat. Wenig überraschend ist auch, dass das Geld nur umgeleitet werden soll: von der Dieselsubventionierung hin zu staatlicher Finanzierung von Elektromobilität. Der „Diesel-Judas“ – ein mythischer Entlastungsangriff weiterlesen

Nach dem Abgasbetrug: Frontalangriff auf den VW-Betriebsrat

Im Gespräch mit dem HANDELSBLATT (30.11.2017) offenbart Volkswagens Anführer, Herbert Diess, seine tiefe Abneigung gegenüber der Mitbestimmung, dem Betriebsrat und der IG Metall. Den Betriebsrat erklärt er zu einer mächtigen Institution im Unternehmen und als solchen gleich mitverantwortlich für Stillstand, Kadavergehorsam und mehr Reformbedarf, „als mancher vielleicht wahrhaben möchte“. Nach dem Abgasbetrug: Frontalangriff auf den VW-Betriebsrat weiterlesen