Moral und Realität – ein Widerspruch?

Christian Baron ist beim Feuilleton  des Neuen Deutschland für Theater und bildende Kunst zuständig. Wahrscheinlich versteht er davon etwas. Warum er aber explizit politische Kommentare, vernebelt als Literaturkritik, veröffentlicht, erschließt sich weder aus dem Inhalt noch aus der Orginalität. Dieses Wochenende (2./3.6.2018, ND) schreibt er über „das Elend der Moral“ und bemüht und zitiert lang und ausführlich dafür zwei bis drei andere Personen als Ratgeber für die Linke. Von „Tonangebenden“ und „Debattenbestimmern“ ist da die Rede – allesamt aus dem „Sonnenscheinliberalismus“ und „Realitätsverweigerer“, die die Nöte derjenigen nicht sehen, die die Gewaltkriminalität „junger männlicher Zuwanderer“ bedrückt und damit der AfD das Feld überlassen. Moral und Realität – ein Widerspruch? weiterlesen

Geesche Gottfried – Eine bürgerliche Tragödie

Im Berliner Ensemble wird Fassbinders „Bremer Freiheit“ wieder aufgeführt. Das Stück, 1971 geschrieben, von Fassbinder auch verfilmt, auf großen Bühnen eher selten zu sehen.

Die im Jahr 1785 geborene bürgerliche Gesche Gottfried, bei Fassbinder Geesche, bringt ihre Männer um, ihre Kinder, ihre Eltern, ihre Freundin. Nach fünfzehn Gift-Morden und drei Jahren Gerichtsverhandlung ist die Enthauptung der 46-jährigen Gesche am 21. April 1831 die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen, mit Rachegefühlen begleitet von über 30.000 Bremer Bürgerinnen und Bürgern. Geesche Gottfried – Eine bürgerliche Tragödie weiterlesen