Protektionismus ist keine Lösung


Der Automobilindustrie droht Ungemach, der US-amerikanischen wie der europäischen. Nicht nur wegen der Drohung des neuen US-Präsidenten, hohe Zölle auf Einfuhren zu erheben. Sondern auch, weil der Weltmarkt übersättigt und der ölgetriebene Privat-Pkw eh ein Auslaufmodell ist. Protektionismus ist keine Lösung weiterlesen

Wir sind noch nicht fertig – Beiträge zur politisch-kulturellen Bildungsarbeit für die Bildungsvereinigung ARBEIT und LEBEN in Wolfsburg.

Wir sind noch nicht fertig  (Stephan Krull, Karsten Meier, Guérin Steichen, Gerhard Wysocky (Hg.))

In dem Band ziehen Bildungsarbeiter ein Resümee ihrer politisch-kulturellen Bildungsarbeit für die Bildungsvereinigung ARBEIT und LEBEN in Wolfsburg. Die Autoren begreifen die politische Bildung nur dann als gelingend, wenn Teilnehmer(innen) auf Grundlage ihrer eigenen lebensgeschichtlichen Erfahrungen selbstbestimmt und -tätig lernen (dürfen). Im Laufe der Jahrzehnte und des Generationenwechsels folgen abhängig Beschäftigte oftmals den Maßstäben des „dienstleistenden Bildungsmarktes“. Zugleich bringen sie in unseren Seminaren zum Ausdruck, einem immer komplexer und schnelllebigeren Alltag ausgesetzt zu sein und Orientierung zu suchen. Bildung ist niemals neutral, sondern immer selbst politische Arbeit. Die Frage ist nur, will sie Unmündigkeit oder Befreiung. Die Autoren verstehen ihre Bildungsarbeit mit abhängig arbeitenden Menschen als teilnehmerorientierte Forschungsarbeit und Gegenpol zu dem von ‚Experten‘, Lobbyisten und anderen Meinungsmachern verkleisterten Mainstream des Denkens. Sie halten die politisch-kulturelle Bildung, wie sie ARBEIT UND LEBEN in Wolfsburg seit 35 Jahren entwickelt hat, auch zukünftig für wegweisend.

Taschenbuch, 132 Seiten, ISBN 978-3-945081-05-1
6,50 EUR

http://www.schoeneworth.net/buecher.html&textfile=57

Studentische Zeitpolitik im Wandel

Vorbereitung auf einen Workshop an der Uni in Wuppertal. Ein Thema im Workshop werden die gesellschaftlichen Naturverhältnisse sein. Darüber schrieb schon ein bekannter Sohn der Stadt Wuppertal: „Dialektik der Natur“ und darin der „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“. Es freut mich sehr, dass das Thema nun wieder an der Wuppertaler Uni behandelt wird und das ich einen Beitrag dazu leisten kann!
„Dürfen, können oder sollten wir überhaupt darauf hoffen, dass uns im Zuge des technischen Fortschritts immer mehr Arbeit von Maschinen abgenommen wird? Es soll in diesem Workshop darum gehen, in welchen Bereichen wir schon heute merken, dass technische Veränderungen konkreten Einfluss auf unser Leben ausüben. Doch: Wie begegnen Menschen diesem Phänomen? Ist es erstrebenswert, alle Arbeit auf Maschinen auszulagern oder ist Arbeit nicht doch ein konstitutives Merkmal menschenlichen Seins? In diesem Workshop sollen diese und viele weitere Fragen gestellt werden und mögliche Antworten gefunden werden.
Referent: Stephan Krull, Mitbegründer der Attac AG ArbeitFairTeilen, Publizistisch und in der politisch-ökonomischen Bildungsarbeit aktiv sowie langjähriger Gewerkschafter und VW-Betriebsratsmitglied“

http://www.asta-wuppertal.de/veranstaltungen/zeitpolitik/studentische-zeitpolitik-im-wandel-1-infos/#1474310247215-3c1b16b2-71db

Kommunalpolitische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Ich bin gebeten, ein erstes Resümee des gemeinsame Projekt der RLS Nds. und des Linken Kommunalpolitischen Forums Niedersachsen (LKFN) zu kommunalpolitischer Bildung zu ziehen.

Das mache ich sehr gerne, nicht nur, weil ich diese Bildungsreihe mit Dr. Michael Braedt zusammen initiiert und konzipiert habe, sondern weil – wie in anderen Politikfeldern auch – Bildung und Fachwissen die Voraussetzung für wirksames Eingreifen ist. Ohne kritische politische Bildung geht es nicht. Und da so etwas in der Schule und in den meisten Studiengängen nicht vermittelt wird, müssen wir, die wir die Welt verändern und gestalten wollen, uns der Mühe der politischen Bildung unterziehen.
Ich spreche ganz bewusst von Bildung und Fachwissen, weil Bildung mehr ist als die Vermittlung von Daten, Fakten, Gesetzen und ähnlichem.
Bei Bildung geht es im schöpferischen Sinn um die Erarbeitung von grundlegenden Positionen und Haltungen. Die Freiwilligkeit der Teilnahme und die aktive Mitarbeit in den Seminaren sind zwei grundlegende Voraussetzungen, um solche Prozesse in Gang zu setzen. Es gibt weitere, auf die ich gleich zu sprechen komme. Kommunalpolitische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen weiterlesen

IG Metall: Kongress voller Widersprüche

Als »Kongress voller Widersprüche« charakterisiert jW-Autor Stephan Krull den zurückliegenden Gewerkschaftstag der IG Metall in Express. Die Industriegewerkschaft kritisiere das Freihandelsabkommen TTIP, spreche sich zugleich aber für weitere Verhandlungen aus. Sie positioniere sich für das uneingeschränkte Streikrecht, unterstütze aber das Gesetz zur »Tarifeinheit«, das selbiges aushebelt. Und die IG Metall stehe für gewerkschaftliche Solidarität, schwäche aber den Deutschen Gewerkschaftsbund. So änderte die IG Metall ihre Satzung dahingehend, dass nur noch solche DGB-Beschlüsse bindend sind, die von den eigenen Leitungsgremien befürwortet werden. Diese »Schwächung des DGB könnte sich als verhängnisvoll herausstellen«, warnt Krull. Die Widersprüche in den Kongressbeschlüssen führt er auf »eine gewisse Orientierungslosigkeit« der Gewerkschaft zurück, der eine brauchbare Analyse der gegenwärtigen Krise fehle.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt Krulls ist, dass die Spaltung des Arbeitsmarkts in der Debatte auf die Problematik von Stamm- und Randbelegschaften reduziert worden sei. »Die Erwerbslosigkeit und die Erwerbslosen waren und sind für die IG Metall erkennbar kein Thema.« Das zeige sich auch beim Thema Arbeitszeit: Zwar will sich die IG Metall in den kommenden drei Jahren dafür einsetzen, die Wochenarbeitszeiten in den von ihr vertretenen Branchen, vor allem in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie, auf 35 Stunden zu senken. Ein Zusammenhang zur Überwindung der Erwerbslosigkeit wird dabei allerdings nicht hergestellt. Ein neuer Anlauf für die 35-Stunden-Woche im Osten müsse – insbesondere nach der »traumatischen Niederlage im Sommer 2003« – als große gesellschaftliche Auseinandersetzung geführt und entsprechend vorbereitet werden, so Krull, der seine Kritik nicht allein auf die IG-Metall-Führung beschränkte. Es sei eine Schwäche gewesen, dass sich linke Metaller »nicht bzw. nicht gemeinsam auf die Debatten dieses Gewerkschaftstages« vorbereitet hatten. (dab)

Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 12/2015, 16 Seiten, 3,50 Euro,

Erfahrungen internationaler gewerkschaftlicher Solidaritätsarbeit am Beispiel InterSoli der IG Metall in Wolfsburg

Vortragsmanuskript, IG Metall  Magdeburg, 1.10.2015 Erfahrungen internationaler gewerkschaftlicher Solidaritätsarbeit am Beispiel InterSoli der IG Metall in Wolfsburg weiterlesen

Volkswagen – Vom Musterbetrieb zum Modellunternehmen? Konzept und Bericht zum Seminar.

Wolfsburg: Zwischen Identifikation und Verdrängung
Volkswagen – vom Musterbetrieb zum Modellunternehmen?

Mehr als 75 Jahre nach der Gründung von Wolfsburg – ursprünglich „Stadt des KdF-Wagen“ –  und des Volkswagenwerkes bleibt die Geschichte aufgrund ihrer unzureichenden Aufarbeitung ein gesellschaftliches Problem und eine Herausforderung für die politische und historische Bildungsarbeit. Die Stadt Wolfsburg beging im Sommer 2013 ihren 75. Gründungstag unter dem Motto „Wolfsburg 75 – beeindruckend jung“. Ein Informationsdienst schrieb dazu: „In den bislang bekannten Materialien zum Jubiläum geht es vor allem um Identifikation und Zukunft der Stadt und um die Herausforderungen der kommenden Jahre. Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gründung der Stadt während des Nationalsozialismus wird es nicht geben. Eine Sprecherin der Stadt begründet die Entscheidung damit, dass die Gründungsgeschichte im Dritten Reich durch wissenschaftliche Studien bereits ‚gut erforscht‘ sei.[1]“ Wäre der mühselige und von Halbheiten geprägte Prozess der Aufarbeitung der Geschichte von Werk und Stadt nicht ohnehin ein Problem, so wäre diese Begründung der letzte Beweis, Volkswagen – Vom Musterbetrieb zum Modellunternehmen? Konzept und Bericht zum Seminar. weiterlesen

Rosa Luxemburg in Indien

13. März 2014, „Rendezvous mit Rosa“ bei einer Veranstaltung zur Eröffnung des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Neu Delhi

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Freunde!

Ich heiße Sie alle sehr herzlich willkommen zum Rendezvous mit der wundervollen Rosa Luxemburg im Namen der Stiftung, die die Ehre hat, den Namen Rosa Luxemburgs zu tragen.

Ich möchte ein wenig erklären, warum unsere Stiftung sich diesen Namen gewählt hat und warum das für uns Ehre und Verpflichtung ist.

Es gibt einige Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, der Politik,
aus den Freiheitskämpfen der Völker, die vielen Menschen als Vorbild gelten!
Nelson Mandela wäre zu nennen, aus Ihrem Land sicher Mahatma Gandhi und der große Dichter Rabindranath Tagore. Rosa Luxemburg in Indien weiterlesen

Ein Betrieb – eine Gewerkschaft!

Wie wird dieses Ziel von den Arbeiterorganisationen erreicht? Jedenfalls nicht durch das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung oder durch die »Kooperationsvereinbarung« einiger DGB-Gewerkschaften mit ihrem Dachverband

Stephan Krull

Wozu noch Gewerkschaften?« fragte sich der Sozialphilosoph Oskar Negt vor zehn Jahren in seinem gleichnamigen Büchlein. Dieses Problem gewinnt in den letzten Monaten zusätzliches Gewicht: Die beiden Beschäftigtenorganisationen bei der Bahn AG, die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), führen harte Auseinandersetzungen. Gewerkschaften streiten sich um Zustimmung oder Ablehnung des »Tarifeinheitsgesetzes«. Und nicht zuletzt gibt es einen deutlichen Riss im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wegen der »Kooperationsvereinbarung« zwischen IG Metall, EVG, IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) und IG Bauen, Agrar und Umwelt (BAU), das die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) außen vor lässt. Zwar haben ver.di und GEW gemeinsam für die Angestellten der Länder verhandelt, der Abschluss erfolgte jedoch ohne Ein…

 

https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2015/05-22/008.php

Die Ökonomie vom Kopf auf die Füße stellen!

Thesen zur Tarifrunde 2012
express, 17.02.2012

Auf was muss sich Tarifpolitik in der Krise einstellen, wie kann sie dieser begegnen? Einen Aufschlag dazu hatten wir in der letzten Ausgabe des express mit dem Diskussionspapier der Gewerkschaftslinken dokumentiert. Stephan Krull nimmt den Ball auf und bezieht sich in seinen Thesen zu den anstehenden Tarifrunden im Öffentlichen Dienst und Metallbereich u.a. auf dieses Papier. Unter dem Motto »Arbeit und Geld umfairteilen« entwickelt er jedoch eine Perspektive, die verteilungspolitische Fragen mit Arbeitszeitverkürzung und einer anderen gesellschaftlichen Arbeitsteilung verbindet und so über klassische monetäre Umverteilungsforderungen hinausgeht.

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