Die Einheitsgewerkschaft – hüten wie unseren Augapfel!

Ein Manuskript von mir für die Landesarbeitsgemeinsschaft Betrieb & Gewerkschaft der Partei DIE LINKE in Sachsen-Anhalt vom Februar 2018.

Geschichte und Bedeutung der Einheitsgewerkschaft in Deutschland mit Bezug zu den aktuellen sozialen Auseinandersetzungen in unserem Land, von Moderniesierungsverlierern und urbanen Milieus, von Klassenmacht, Interessen und Kämpfen unserer Tage.

Traditionell waren Gewerkschaften in Berufsverbände (Berufsgewerkschaften), regional und in weltanschauliche Richtungen „zersplittert“ bzw. wurden als solche erst gegründet. Karl Marx: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Eine Gewerkschaft, so die Idee, für alle abhängig Beschäftigten, um die Konkurrenz der Beschäftigten um Arbeit ausschalten, um Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerung zu vermeiden. Notwendig war und ist dieses zur politischen und ökonomischen Emanzipation der Arbeiterklasse wie vor 150 Jahren: Solidarität statt Konkurrenz – ansonsten sind wir nicht in der Lage, uns gegen die Willkür des Kapitals durchzusetzen. Die Einheitsgewerkschaft – hüten wie unseren Augapfel! weiterlesen

Tarifabschluss Metall- und Elektroindustrie: Licht und Schatten

Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie im Februar 2018: Forderungen, Ergebnisse, Bewertungen.

Die größte Auseinandersetzung steht noch bevor!

In der Nacht zum 6. Februar 2018 haben sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband Baden-Württemberg auf einen Tarifabschluss geeinigt, der von seinem sachlichen Gehalt und den materiellen Ergebnissen her von den anderen Tarifgebieten übernommen werden soll: Tarifabschluss Metall- und Elektroindustrie: Licht und Schatten weiterlesen

Von Zeit zu Zeit: Unterstützung für die IG Metall

Kritische Solidarität!

Im Januar hat die IG Metall die Verhandlungen für sechs Prozent mehr Lohn und für Möglichkeiten der individuellen und befristeten Arbeitszeitverkürzung aufgenommen. Die Arbeitgeber blocken in der Arbeitszeitfrage nicht nur, sondern fordern eine Ausweitung der Arbeitszeit und lehnen jeglichen materiellen Ausgleich für individuelle Arbeitszeitverkürzung ab. Begründung: Die Arbeitgeber seien nicht dafür zuständig, die Pflege von Angehörigen zu finanzieren. Jetzt streiken die Metaller – bei Redaktionsschluss mit offenem Ausgang. Von Zeit zu Zeit: Unterstützung für die IG Metall weiterlesen

Ist jeder so frei, wie er gut ist?

Plädoyer gegen die Überhöhung von Neuem und Modernem durch Michael Vester und Michael Schumann – aus „express“ 7/2007: Eine alte Debatte neu aufgelegt.

Wer wollte es leugnen: Die Arbeitswelt verändert sich und in Wechselwirkung mit ihr die Menschen, die in Industrie und verarbeitendem Gewerbe, in der Landwirtschaft, in den öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereichen beschäftigt sind. Dieser Prozess ist nicht neu, er hat sich beschleunigt und verbreitert. Seine Basis seit Jahrzehnten sind wissenschaftlich-technische Entwicklungen (z.B. Dampfmaschine, Elektrizität, Chlor- und Biochemie, Fließband, Mikroelektronik) und die Internationalisierung / Globalisierung von Handel und Produktion aller Märkte einschließlich des „Arbeitsmarktes“.

Innerhalb der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse, der sie unterstützenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden diese Veränderungen analysiert und reflektiert; es gibt auch diejenigen, die einen sehr engen Arbeiterbegriff und entsprechenden Habitus pflegen. Gewerkschaften reagieren auf die strukturellen und kulturellen Veränderungen sehr langsam und sehr spät. Wer wollte das leugnen? Ist jeder so frei, wie er gut ist? weiterlesen

Einheitsgewerkschaft oder Gewerkschaftspluralismus?

Eine permanente Aufgabe!

Vor ein paar Tagen habe ich eine nicht repräsentative Umfrage gemacht auf Basis einer „rhetorischen Fragestellung“: „Es gehört sich einfach, in der Gewerkschaft zu sein! Oder wie?“

Mehrere Gründ für diese Aktion und unterschiedliche Antworten: Einheitsgewerkschaft oder Gewerkschaftspluralismus? weiterlesen

Arbeit lebensgefährlich

 Einen blutigen Rekord meldete jüngst Labournet.de aus der Türkei: Wegen mangelnder Arbeitssicherheit gabe es über 2.000 tödliche Arbeitsunfälle im Jahr 2017. Im Text heißt es dazu: Unter diesen Toten des letzten Jahres waren auch 116 Frauen – und 60 Kinder, von denen es inzwischen nach verschiedenen Schätzungen rund 2 Millionen geben soll, die informell beschäftigt werden. Und nicht irgendwo in der hintersten Provinz gibt es die meisten Todesopfer des türkischen Kapitalismus, sondern in Istanbul, wo 230 Opfer zu beklagen sind. Was auch damit in Verbindung steht, dass die tödlichste Branche in der Türkei die Bauindustrie ist. Und in Istanbul die Megaprojekte der AKP-Regierung verwirklicht werden – zu denen es sogar besonderen Druck gibt, die gesetzten Fristen einzuhalten. 453 Bauarbeiter im ganzen Land bezahlten den Bauboom mit ihrem Leben. Sie sind der Regierung genauso wenig etwas wert, wie es 2014 die toten Bergarbeiter von Soma waren, als ein Herr Erdogan seinen ganzen menschenfeindlichen Zynismus öffentlich machte.

 

Für die jüngste Ausgabe von Ossietzky habe ich einen weiteren menschenfeindlichen Aspekt kapitalistischer Produktionsweise beschrieben: Arbeit gefährdet die Produktion des Lebens! Arbeit lebensgefährlich weiterlesen

Zukunftsfähige Stadt – zum Beispiel Hamburg. Zeit zum Handeln

Rezension von mir für Das Argument, Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften – schon etwas her, leider aktuell geblieben

Wuppertal Institut, BUND, Diakonie und Hamburger Zukunftsrat (Hg.), Zukunftsfähiges Hamburg – Zeit zum Handeln, Dölling und Galing, Hamburg/München 2010 (256 S., br., 9,90 €)

 

Verf. wenden Erkenntnisse aus der bundesweiten Studie >Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt< des Wuppertal-Instituts von 2008 auf die politische und gesellschaftliche Realität der deutschen Großstadt an. Es geht um die Verknüpfung globaler und lokaler Zukunftsfähigkeit. Verf. kritisieren zu Recht den Stillstand der Debatte und politischen Handelns in Sachen Nachhaltigkeit. Herrschende Umweltpolitik sei heute rein symbolisch. Zukunftsfähige Stadt – zum Beispiel Hamburg. Zeit zum Handeln weiterlesen

Rechtspopulisten in Betrieb und Gesellschaft – Hintergründe und aktuelle Herausforderungen

Aus wichtigen Gründen verlinke ich hier einen Artikel von Björn Allmendinger zu Rechtspopulisten in Betrieb und Gewerkschaft aus der Zeitschrift SOZIALISMUS 11/2017. Björn Allmendinger ist Studienleiter im Bildungszentrum HVHS Hustedte.V. Dieser Artikel stützt sich auf den Beitrag des Autors »Hetzer entlarven – Demagogen entzaubern« in dem von ihm gemeinsam mit Joachim Fährmann (IG Metall Wolfsburg) und Klaudia Tietze (Verein »Mach meinen Kumpel nicht an!«) herausgegebenen Buch »Von Biedermännern und Brandstiftern. Rechtspopulismus in Betrieb und Gesellschaft«, das Anfang November im VSA: Verlag Hamburg erscheint.

Allmendinger, Rechtspopulisten in Betrieb und Gesellschaft. SOZIALISMUS 11-2017

Siemens & Co.: Klassenkampf – ob es uns gefällt oder nicht!

Entlassungsverbot, Wirtschaftsdemokratie und Arbeitszeitverkürzung

Klassenkampf von oben bei Stahl (Thyssen-Krupp) und Elektroindustrie (Siemens) erfordert Klassenkampf von unten! Solidarität im ganzen Land und Schluss mit Sozialpartnerschaft und Co-Management.

Wie müsste der Klassenkampf von unten, von den Beschäftigten, von den Gewerkschaften, von der politischen Linken, von der Arbeiterinnenbewegung gegen den Klassenkampf von oben (Siemens, Thyssen-Krupp, Rheinmetall, Amazon, „Wirtschaftsweise“, Regierungen usw.) geführt werden? Siemens & Co.: Klassenkampf – ob es uns gefällt oder nicht! weiterlesen

Private Equity Fund – tödliche Rendite!

Im Frühjahr 2016 schrieb ich in einem kleinen Artikel für ossietzky über den tragischen Unfall eines Testfahrers auf dem VW-Prüfgelände nahe Wolfsburg: An einem regnerischen Sonntag überschlug sich der 28-jährige Testfahrer auf nasser Fahrbahn und war vermutlich sofort tot. Ein Jahr später wechselt nun im Sommer 2017 die Mehrheitsbeteiligung  der Firma, bei der der Testfahrer beschäftigt war, die „Formel D“, von der „Deutschen Beteiligungs AG“ einem Konsortium der Deutschen Bank, zur 3i Group, einem Private Equity Fund. 3i steht dabei für „Investors in Industries“. Das ist eines der Unternehmen in Form einer englischen GmbH (Public Limited Company PLC), die das Geld der Superreichen einsammeln und durch Kauf und Verkauf von Firmen wundersam vermehren: es geht um privates Beteiligungskapital dieses Fonds allein in Deutschland in Höhe von 15 Milliarden Euro, das nicht an geregelten Märkten, wie zum Beispiel an Börsen, handelbar ist; es ist der Kontrolle auch von Finanzbehörden entzogen. Private Equity Fund – tödliche Rendite! weiterlesen