Europa 2019 – Das Ende der Bescheidenheit?

Der Exportüberschuss aus Deutschland ist seit vielen Jahren sehr hoch und beträgt inzwischen fast 300 Milliarden Euro: „Wir sind Exportweltmeister!“ Das Stabilitätsgesetz von 1967 schrieb etwas ganz anderes vor: Preisstabilität, Vollbeschäftigung, ausgeglichenen Außenhandel und angemessenes Wachstum. Die Folgen der andauernden Instabilität und des unausgeglichenen Außenhandels sind gravierend in Deutschland und in Europa. Europa 2019 – Das Ende der Bescheidenheit? weiterlesen

Wahlkampfunterstützung für Trump – Arbeitsplatzvernichtung in Niedersachsen

Die Personalkonzepte von Volkswagen nehmen langsam Gestalt an. In den Werken in Emden, Zwickau und Hannover sollen künftig nur noch Elektro-Autos gebaut werden. Verschiedene Medien berichten, dass in Emden und in Hannover 7.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen – immerhin ein Drittel der etwa 20.000 Beschäftigten in diesen beiden Werken. Nicht in diese Zahl eingerechnet sind wegfallenden Arbeitsplätze im VW-Werk in Zwickau. Völlig zu Recht hat der Betriebsrat jetzt sein Veto eingelegt, als das Unternehmen  ein neues Werk in Südosteuropa errichten wollte.

Aber es mutet schon seltsam an, wenn der VW-Konzern gleichzeitig den Wahlkampf und die die Regierung des irren Trump in den USA sponsert: Wahlkampfunterstützung für Trump – Arbeitsplatzvernichtung in Niedersachsen weiterlesen

Von Zeit zu Zeit: Vollbeschäftigung?

„Wir leben in der besten aller Welten“, erzählen die Regierenden – und glauben das sogar; sie selbst leben ja überwiegend auch wie Maden im Speck. Tatsächlich: Das Sein bestimmt das Bewusstsein – bei den Herrschenden wie bei denen, denen nur Ungerechtigkeiten widerfahren und die auf diese Art und Weise veralbert werden. Brecht, etwas frei übersetzt: Belehrt von ungeduldigen Politikerinnen stehen die Armen und hören, dass die Welt die beste der Welten ist. Von Zeit zu Zeit: Vollbeschäftigung? weiterlesen

Am Pranger: Die Deutsche Umwelthilfe

Seitdem die Deutsche Umwelthilfe Fahrverbote vor Gericht durchsetzt, sieht sie sich öffentlichen Angriffen ausgesetzt. Dabei müsste die Autoindustrie angeklagt werden!

Ich bin ja für Klimaschutz, aber … hört man allenthalben als Ouvertüre für den lauten Protest deutscher Klein- und Spießbürger: nicht gegen den Abgasbetrug und die Kartellabsprachen der deutschen Automobilindustrie, die zu Lasten der Kundinnen und Kunden ging, nicht gegen die Profiteure dieses systematischen Betruges, nicht gegen die mafiösen Strukturen, die dahinter stecken, nicht gegen die Großaktionäre, die Porsches, Piëchs, Quandts, Klattens und die Scheichs von Katar und Kuwait. Nein, sie krakeelen gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Am Pranger: Die Deutsche Umwelthilfe weiterlesen

Befreiung der Arbeit oder Befreiung von Arbeit?

Im Buch „Arbeiten wie noch nie – Unterwegs zur kollektiven Handlungsfähigkeit“ (Hg. Sabine Gruber, Frigga Haug, Stephan Krull; Argument-Verlag) habe ich als Vorschlag beschrieben, wie wir, Gewerkschaften und die gesellschaftliche Linke, aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit kommen können: Vom Klassenkampf zur Sozialpartnerschaft und wieder zurück; vom Neuen, das aus dem Alten erwächst; von den Kämpfen um disponible Zeit und vom anders arbeiten und anders planen.

Auch die anderen Beiträge im Buch sind absolut lesenswert:

Eine Reisanleitung auf dem Weg zur kollektiven Handlungsfähigkeit; die Beschreibung von Arbeitsverhältnissen als Gesellschaftsverhältnissen (Sabine Gruber); von Traditionen, Erfahrungen und Perspektiven aus der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung (Bernd Röttger); von der Arbeit „der Anderen“(Alexandra Weiss); von den Faulen und den Fleißigen (Johanna Riegler); von einer Vision von Frauen, die eine Vision für alle ist (Frigga Haug); von einer lebendigen Debatte auch über das Grundeinkommen und von den nächsten Schritten von der Utopie zur Realität.

Aber hier zunächst mein Beitrag: Aus der arbeitspolitischen Defensive zur Befreiung der Arbeit? Befreiung der Arbeit oder Befreiung von Arbeit? weiterlesen

Perspektiven der Mobilität: Der Beginn einer Debatte

Gewerkschafter aus der Autoindustrie, Bahnbeschäftigte, Umweltschützer und Globalisierungskritiker diskutieren über Perspektiven der Mobilität. hier der Start aus dem Jahr 2010 – Aktuell wie heut: ausser, dass die unternehmen in den letzten jahren riesige profite eingefahren haben und dass die krise sich jetzt zuspitzt, ist die situaiton heute sehr ähnlich. dehalb lohnt ein blick zurück.

Perspektiven der Mobilität: Der Beginn einer Debatte weiterlesen

Schlechte Arbeit tötet – 6.000 tödliche Arbeitsunfälle, pro Tag!

Weltweit sind es über zwei Millionen Menschen, über 6.000 pro Tag, die durch Arbeitsunfälle ihr Leben verlieren. Im Jahr 2017 kamen in Deutschland an jedem Werktag zwei Menschen durch Arbeitsunfälle ums Leben: für 451 Personen kam nach einem Unfall am Arbeitsplatz jede Hilfe zu spät; sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus ist die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr gestiegen. Dagegen gehen die Betriebskontrollen der staatlichen Arbeitsschutzbehörden seit Jahren zurück. Neben dem zunehmenden Stress und den vielen Überstunden in den Betrieben ist es vor allem eine Verschlechterung der Arbeitssicherheit und bei den staatlichen Kontrollen der Betriebe zur Einhaltung der gesetzlichen Standards, der Unfallverhütungsvorschriften. In allen Bundesländern wurden bei den Gewerbeaufsichtsämtern und anderen Arbeitsschutzbehörden massiv Stellen abgebaut. Die Folge: Die Zahl der Arbeitskontrollen wurde je nach Bundesland zwischen 35 und 96 Prozent zurückgefahren; am stärksten, wen wundert es, in den ostdeutschen Bundesländern. Schlechte Arbeit tötet – 6.000 tödliche Arbeitsunfälle, pro Tag! weiterlesen

Ansichten der Revolte – 1968 in Hannover

Rolle und agieren von KPD, DKP und SDAJ

Mit dem liebenswerten Hochstapler Felix Krull, einer Parodie auf die bürgerliche Memoirenliteratur, hat uns Thomas Mann einen unterhaltsamen  Roman hinterlassen, mit einem Brief an deutsche Kriegsgefangene aber auch die Erkenntnis, dass der Antikommunismus „die Grundtorheit unserer Epoche“ sei: „Ich glaube, ich bin vor dem Verdacht geschützt, ein Vorkämpfer des Kommunismus zu sein. Trotzdem kann ich nicht umhin, in dem Schrecken der bürgerlichen Welt vor dem Wort Kommunismus, diesem Schrecken, von dem der Faschismus so lange gelebt hat, etwas Abergläubisches und Kindisches zu sehen, die Grundtorheit unserer Epoche.“ (veröffentlicht 1946 in „Die Einheit“, Nr. 2, S 105 ff, Berlin Dietz Nachf.), die KPD-Bezirksleitung Hannover-Braunschweig gab diesen Brief 1946 als kleine Broschüre heraus. Die Stimmung und Atmosphäre der Zeit treffend,  veröffentlichte Dietrich Kittner wiederum später, in den 1970er Jahren, ein Faksimile davon[1]Ansichten der Revolte – 1968 in Hannover weiterlesen

Solidarität ist unsere Waffe!

Es gibt kein fremdes Leid – im wohlverstandenen eigenen Interesse!

Ich war jüngst im Gespräch mit einem Kollegen, der als Gewerkschaftsfunktionär immer konsequent gegen Ungerechtigkeiten ankämpft. Wir kamen auf die geringere Bezahlung und längere Arbeitszeit im Osten Deutschlands im Verhältnis zur alten BRD zu sprechen. Da argwöhnte er, lakonisch und zu meinem Erstaunen: „Im Osten weigert man sich aber auch flächendeckend in Gewerkschaften einzutreten. Gute Arbeitsbedingungen fallen halt nicht vom Himmel und werden einem auch nicht geschenkt.“ Einen Moment war ich irritiert, fragte jedoch nach ein paar Schrecksekunden: „Wie hoch ist der gewerkschaftliche Organisationsgrad im Westen? Wie hoch ist der gewerkschaftliche Organisationsgrad im Osten? Wie viele Großbetriebe gibt es im Westen und wie viele Großbetriebe gibt es im Osten? Aus dem Stand war das nicht zu beantworten, also forschten wir nach: Solidarität ist unsere Waffe! weiterlesen

Sag kein Wort – Kronzeugen leben gefährlich.

Volkswagen kündigt Ingenieur, der als Kronzeuge im Dieselskandal ausgesagt hat.

Der Vorgang hat längst die Konzernspitze erreicht. Am 19. Juli erhielten die Juristen von VW Einsicht in die Ermittlungsakten der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, die gegen 49 Personen ermittelt. Dazu gehört der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess und seine Vor- und Vorvorgänger Matthias Müller und Martin Winterkorn. Aber es sind nicht nur diese Ermittlungsakten, die das Unternehmen unter Druck setzen. Vor allem Aufseher Larry Thompson, den die US-Justiz, um die Einhaltung der Vereinbarungen mit VW zu kontrollieren, nach Wolfsburg gesendet hat, stört die Chefs. Thompson hat in seinem jüngsten Bericht darüber geklagt, dass das Unternehmen keinerlei personelle Konsequenzen gezogen habe – sicher mit Blick auf das oberste Management. Es sind die alten und neuen Chefs, die im Zentrum der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen. Sag kein Wort – Kronzeugen leben gefährlich. weiterlesen