Alles super bei VW?

Quartalsbilanz des Autoriesen: Hoher Umsatz und Milliardengewinn

Der Volkswagen-Konzern ist wirtschaftlich bestens ins Jahr 2018 gestartet: Dafür sprechen gut 58 Milliarden Euro Umsatz und 2,7 Millionen produzierte Fahrzeuge im ersten Quartal, wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg bekanntgab. Getragen wurde das Geschäft vom anhaltenden Boom in China. Auf allen anderen Märkten ging es entweder bergab, oder es waren kräftige Rabatte oder andere »Kaufanreize« wie der »Umweltbonus« oder direkte staatliche Subventionierung von Autokäufen erforderlich. Alles super bei VW? weiterlesen

VW und Prevent: Spiel mit Beschäftigten und Standorten

Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes: Das Eigentum an den Firmen ist auf das Wohl der Allgemeinheit verpflichtet. Ansonsten kann dieses Eigentum zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum oder andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.

Beim Wettlauf um Macht und Profite zwischen VW und dem Eigner von VW-Zulieferer Prevent, der Hastor-Gruppe, zählen nicht Beschäftigte noch Standorte. Prevent liefert über verschiedene Tochterunternehmen wie ES-Autoguss, CarTrimm, Halberg-Guss und Foamtec  unter anderem Gussteile und Textilien wie Sitzbezüge an Volkswagen. Schon in den Jahren 2015 und 2016 kam es in Brasilien und in Deutschland zu scharfen Konfrontationen und Produktionsausfällen, als Prevent die Lieferung von Teilen an VW unterbrach.

Was sind die Hintergründe des Streites? Für Außenstehende nur bizarr und nicht so einfach zur durchblicken – deshalb ein ganz kurzer Blick in Geschichte und Geschäftsgebaren. VW und Prevent: Spiel mit Beschäftigten und Standorten weiterlesen

Umbau VW-Konzern: Ein harter Hund für die neue Etappe im Krieg der Konzerne

VW-Chef Müller war als Nachfolger von Winterkorn geholt worden, um die Scherben des millionenfachen Abgasbetruges aufzukehren und dabei die Aufklärung nicht zu weit zu treiben. Diese Arbeit ist weitgehend erledigt. In den USA wurden Strafen und Kosten von über 20 Milliarden Euro bezahlt und abgeschrieben, fast niemand fragt mehr nach den Verantwortlichkeiten für den Abgasbetrug im Konzern; von anfänglichen Sprüchen zur rücksichtslosen Aufklärung „ohne Ansehen der Person“ und von dem Versprechen der Transparenz ist nichts geblieben – trotz Landesbeteiligung und weitgehender gewerkschaftlicher Mitbestimmung im Unternehmen. Umbau VW-Konzern: Ein harter Hund für die neue Etappe im Krieg der Konzerne weiterlesen

Mobilitäts- und Verkehrswende – für wen, mit wem und wohin?

Veröffentlicht in der Zeitschrift SOZIALISMUS, Heft 3-2018

Die Autoindustrie befindet sich in einer großen Transformation mit offenem Ausgang. Ob die Produktion mit 85 Millionen Pkw weltweit im Jahr 2017 bereits ihren Zenit erreicht hat, ist offen. Doch dass sie in ihrer bisherigen Form keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr hat, steht außer Frage. Wir sind Zeugen einer Verkehrswende – unklar in welche Richtung: Profit- oder Bedürfnisorientierung? Das Auto inklusive Verbrennungsmotor genügt weder den Erfordernissen der Umwelt noch den unterschiedlichen Mobiltätsbedürfnissen.

Kai Burmeister von der Bezirksleitung der IG Metall Baden-Württemberg macht in der Ausgabe 1/2018 von Sozialismus den Vorschlag, strategische Debatten auf aktuelle Herausforderungen zu beziehen und nicht bei allzu zeitlosen Grundsätzen stehen zu bleiben.[1] Mobilitäts- und Verkehrswende – für wen, mit wem und wohin? weiterlesen

VW-Skandale am Fließband: „Fehlverhalten Einzelner“ oder Verschwörung?

Abgasbetrug, Abgastests an Affen und Razzia bei Audi – bisher wurde nichts aufgeklärt! Öffentliche Kontrolle ist jetzt dringend erforderlich.

In diesen turbulenten Tagen mit Tarifabschluss in der Metallindustrie und Regierungsbildung in Berlin geht beinah unter, dass im VW-Konzern wieder und immer noch Feuer unterm Dach ist. Es stinkt zum Himmel, den Dreck von Vorstand und Management müssen aber die Beschäftigten weg räumen.
Der Abgasbetrug ist mitnichten aufgeklärt, da kommen die Abgastests mit Menschen und Affen ans Licht. Wie beim millionenfachen Abgasbetrug soll es sich um „Fehlverhalten Einzelner“ handeln und Müller kündigt an, „mit harter Hand und ohne Rücksicht auf Personen“ aufzuklären.
Wie beim Abgasbetrug handelt es sich angeblich um „Fehlverhalten Einzelner“, wie beim Abgasbetrug kündigt der Chef rücksichtslose Aufklärung an.
„Primaten statt Menschen“, so wurde innerhalb des Unternehmens, u.a. mit der Rechtsabteilung abgesprochen, sollten den Abgasversuchen ausgesetzt werden. Sind denn die von allen guten Geistern verlassen? Gibt es keinen kleinsten Rest von Anstand mehr bei diesen Typen? VW-Skandale am Fließband: „Fehlverhalten Einzelner“ oder Verschwörung? weiterlesen

Tier- und Menschenversuche – Bauernopfer beurlaubt!

Müller, Zetsche und Komplizen müssen zurücktreten!
VW-Generalbevollmächtigter wegen Tier- und Menschenversuchen „beurlaubt“; Thomas Steg (SPD, „Die Stimme der Macht“) hat „die volle Verantwortung“ übernommen 😉
Thomas Steg – vom DGB-Pressesprecher über Schröders Kanzleramt zum „Generalbevollmächtigten für Außen- und Regierungsbeziehungen“ der Volkswagen AG bis zur „Beurlaubung“ in der Affäre um Abgastest an Affen und Menschen. Eine typische Karriere am Standort Autoland-Deutschland – bis hin zum Bauernopfer!

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Krise bei VW – wer zahlt die Zeche?

Zu Abgasversuchen an Menschen und Tieren äußere ich mich später. Heute nur zu der Frage, wer die Zeche der Krise zahlt bzw. zahlen wird – ganz unabhängig davon, das Volkswagen mal wieder ein „Rekordjahr“ vermeldet.

Als erstes waren die Leiharbeiter dran, jetzt kommen die Stammbeschäftigten in den unterausgelasteten Produktionsbreichen – beim Golf in Wolfsburg bzw. bei der Produktion in Mexiko. Krise bei VW – wer zahlt die Zeche? weiterlesen

Tarifstreit bei Volkswagen: Personalabbau und Arbeitszeitverlängerung?

70 Milliarden Euro Gewinnrücklagen!

VW macht kein verhandlungsfähiges Angebot, fordert aber Arbeitszeitverlängerung – dabei geht es ausschließlich um Gewinnsteigerung für die Großaktionäre, für den Porsche-Piëch-Clan und die Scheichs von Katar; trotz 70 Milliarden Euro Gewinnrücklage!

Und die „Enttäuschung“ ist allgemein bei den Gewerkschaftern, glaubten sie doch, immer wieder dem gleichen Irrtum verfallend, im Personalvorstand Karl-Heinz Blessing (SPD), einen der ihren zu haben. Aber wie jedes andere Vorstandsmitglied ist auch der Personalvorstand ausschließlich den Profitinteressen des Unternehmens, den Renditeerwartungen der Aktionäre, dem Porsche-Piëch-Clan und den Scheichs von Katar verpflichtet – so wie es vor Blessing eben Peter Hartz und Horst Neumann waren; allesamt Mitglieder der SPD und der Gewerkschaft und quasi von der IG Metall und dem Betriebsrat vorgeschlagen bzw. berufen worden.

Im Forderungskatalog fehlt, im Vergleich mit den Forderungen der Metall- und Elektroindustrie, die Forderung nach individueller Absenkung der Arbeitszeit. Der Grund dafür ist eine bereits sehr hohe Arbeitszeitflexibilität für das Unternehmen. Am Beginn des Jahres 2018 wird dieser „Arbeitszeitkorriodor“ fleißig genutzt. In Bereichen wie der Golf-Fertigung in Wolfsburg, der Bulli-Fertigung in Hannover oder der Fertigung für den US-Markt in Mexiko gibt es wegen Auftragsmangel „Arbeitsruhe“ und zum Teil länger andauernd die 4-Tage-Woche, andererseits läuft die SUV-Produktion des Tiguan in Wolfsburg auf Hochtouren, mit Überstunden und Wochenendarbeit wegen Auftragsstau: die atmende Fabrik und oft atemlose Beschäftigte. Bei dieser Ausgangslage hat das Unternehmen in der ersten Verhandlung erst gar kein Angebot unterbreitet, sondern die eigene wirtschaftliche Lage dramatisch dargestellt, auf die Konkurrenz und auf „globale Risiken“ hingewiesen. Tarifstreit bei Volkswagen: Personalabbau und Arbeitszeitverlängerung? weiterlesen